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Tod von Tuğçe Albayrak: Sanel M. erschlug Tuğçe im Suff

Als er Tuğçe Albayrak attackierte, war Sanel M. schwer betrunken. Schon zuvor war sein Leben aus der Bahn geraten. Von einem hoffnungsvollen Schüler wurde er zum polizeibekannten Gewalttäter.

An vielen Orten in Deutschland wurde Tuğçe Albayrak gedacht.

An vielen Orten in Deutschland wurde Tuğçe Albayrak gedacht.

Erst 18 Jahre war Sanel M. alt, als er die Studentin Tuğçe Albayrak tötete, dennoch war sein Leben bereits gründlich verkorkst, wie der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Nach seiner Festnahme nahm die Polizei einen Alkoholtest an dem Jungen vor. Noch zwei Stunden nach der tödlichen Attacke hatte Sanel M. nach Angaben des Spiegel 1,4 Promille im Blut. Pro Stunde werden im Körper etwa 0,1 bis 0,2 Promille abgebaut. Zum Tatzeitpunkt müssten es demnach über 1,6 Promille gewesen sein. Sanel M. war also einerseits sturzbetrunken, anderseits soll er mit den Polizisten noch klar und verständlich gesprochen haben. Nach den Recherchen des Magazins hatte Sanel M. zuvor seinen 18. Geburtstag in Offenbach gefeiert. In einer Balkan-Disko soll er mit seinen Freunden getrunken haben, bevor die Gruppe zum dem McDonalds Restaurant aufbrach.

Zusammenbruch der Schulkarriere

Irgendetwas in Sanel M.s Leben muss schiefgegangen sein. Ursprünglich ging er auf ein Gymnasium und galt als talentiert und ehrgeizig. Er soll sich liebevoll um seinen kleinen Bruder gekümmert haben. Seine Leidenschaft galt dem Fußball. Aber seine Leistungen ließen nach. Er ließ sich hängen und gab seinem Frust auch mit Gewalt nach. Bald musste er auf eine Realschule und dann auf eine gewerblich-technische Schule wechseln. "Das war seine letzte Chance, doch noch etwas aus seinem Leben zu machen", so ein Lehrer. Aber auch dort soll er geschwänzt haben. Seine Mutter klagte, dass sie keinen Einfluss auf ihren Sohn habe. Bei einem Praktikum in der Kfz-Werkstatt Ali Baba soll er keinerlei Interesse an der Arbeit gezeigt haben. Und schon bald kam er mit dem Gesetz in Konflikt. Er war kein schwerer Krimineller, aber wurde doch schon viermal verurteilt. Zu den Delikten zählten Diebstahl, Einbruch, gefährliche Körperverletzung und gemeinsame räuberische Erpressung.

Trunkenheit wirkt meist strafmildernd

Sanels Eltern sind aus Serbien nach Deutschland gekommen. Er selbst wurde bereits in Offenbach geboren, fühlte sich aber nicht zugehörig, sondern sah sich selbst als Bosniake als "Sandschakaner." "Er nannte sich immer 'Sandschakaner'. Er war mächtig stolz darauf", so zitiert das Magazin einen Schulfreund.

Sanels Fall wird in Deutschland die Diskussion um eine fehlgeschlagene Integration neu entfachen. Auch das Jugendstrafrecht wird kritisch beurteilt werden. Die Frage, ob Tuğçe gestorben wäre, wenn jugendliche Straftäter in Deutschland schneller und härter bestraft würden, steht bereits im Raum. Aufgrund seines Alters wird sich Sanel M. erneut nach Jugendrecht verantworten müssen. Sollte er schuldig gesprochen werden, wird der Alkoholpegel ihm vor Gericht helfen, einer harten Strafe zu entgehen.

Kra