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Sauerland-Gruppe Haftbefehl gegen fünften Mann


Im so genannten Sauerland-Prozess hat die Bundesanwaltschaft gegen einen weiteren Mann der Terrorzelle Haftbefehl beantragt. Mevlüt K. soll geholfen haben, Sprengstoffzünder nach Deutschland zu schmuggeln.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat gegen einen fünften Mann der Sauerland-Gruppe beim Bundesgerichtshof Haftbefehl beantragt. Er richte sich gegen Mevlüt K. wegen der Unterstützung einer inländischen terroristischen Vereinigung und sei am Donnerstag gestellt worden, so ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. Der stern hatte darüber bereits Anfang August berichtet. Eine Entscheidung des Ermittlungsrichters stehe noch aus.

Der 30 Jahre alte Türke stehe im Verdacht, den vier Mitgliedern der "Sauerland-Zelle" geholfen zu haben, 26 Sprengzünder für eine geplante Anschlagsserie nach Deutschland zu schaffen. Gegen den früher in Ludwigshafen lebenden Mann werde seit Dezember 2007 ermittelt. Die Vorwürfe gegen Mevlüt K. verdichteten sich zunehmend - zuletzt durch Geständnisse im Prozess gegen die islamistische Sauerland-Gruppe vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Zu Einzelheiten wollte der Sprecher der Bundesanwaltschaft aber keine Angaben machen.

Mevlüt K. soll die Zünder aus unbekannter Quelle in der Türkei entgegengenommen und auf den Weg nach Deutschland geschickt haben. Sein dortiger Kontaktmann soll der Düsseldorfer Mitangeklagte Atilla Selek gewesen sein.

Dieser sagte beim Bundeskriminalamt (BKA) aus, ohne die Hilfe von K. hätte er "es nicht geschafft". Der Türke aus Ludwigshafen soll dem Bericht zufolge nach Erkenntnissen des BKA zu diesem Zweck ein eigenes Dschihadisten-Netzwerk in Deutschland und auf dem Balkan eingespannt haben. Nach Aussagen Seleks soll K. in Istanbul als Anlaufstelle für Islamisten fungiert haben, die in Tschetschenien kämpfen wollten. Zudem habe er behauptet, in der Vergangenheit mit dem Qaida-Mann Abu Mussab al-Sarkawi zusammengearbeitet zu haben, berichtet das Magazin.

Zugleich soll K. Zuträger des türkischen Geheimdienstes gewesen sein. Ermittler vermuteten ihn weiterhin in der Türkei.

DPA DPA

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