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Sauerland-Prozess: "Ich würde es nicht noch mal tun"

Sauerland-Gruppe packt aus: Der mutmaßliche Rädelsführer der Zelle, Fritz Gelowicz, hat als erster der vier Angeklagten die Anschlagspläne zugegeben. Das Geständnis war so umfassend, dass es selbst den Richter überraschte.

Am Ende des Tages wurde Fritz Gelowicz vehement. Auf die Frage des Richters, ob es ihm und seiner Gruppe beim Dschihad nur darum gegangen sei, möglichst viele Ungläubige zu töten, versicherte er mindestens vier Mal, dass dies "total falsch" sei. Es gehe beim Heiligen Krieg darum, die amerikanische oder die russische Armee anzugreifen, um das Leid der Muslime zu lindern, betonte der Unternehmersohn aus Ulm am Montag bei seinem lange erwarteten Geständnis vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht.

Die deutsche Bevölkerung sollte nur eine "allerletzte Warnung" erhalten: Mit einer gewaltigen Autobombe in einem Flughafen-Parkhaus habe man für einen Tag die Einstellung des Flugverkehrs über Deutschland erzwingen wollen. "Das wäre so eine Prestigesache gewesen" - um den Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan zu erzwingen.

Gelowicz bestätigt Existenz der Islamischen Dschihad Union

Mehr als drei Stunden lang berichtete der 29-Jährige von seinem manchmal zufälligen Weg über Syrien und den Iran in die Terrorcamps zu "pakistanischen Taliban" und schwer bewaffneten Mudschahedin nach Pakistan und schließlich ins Sauerland-Dorf Oberschledorn. Sachlich, detailliert. Von religiösem Fundamentalismus war nichts zu spüren, von Reue allerdings auch nicht - im Gegenteil. Entgegen der früheren Verteidigungstaktik bestätigte er die Existenz der Islamischen Dschihad Union (IJU) und gab zu, ihr als "Leiter der Operation in Deutschland" die Treue geschworen zu haben. Dass es nicht geklappt hat, sei "Allahs Wille" - daher würde er die Tat auch nicht wiederholen. "Rückblickend würde ich es nicht noch mal tun, erklärte Gelowicz." Ob er etwas bereue, sei aber "eine Sache, die zwischen mir und Allah ist".

Ursprünglich habe er im Irak oder in Tschetschenien in den Heiligen Krieg ziehen wollen, das sei jedoch nicht gelungen, berichtete der zum Islam konvertierte Deutsche. Bei seiner dreimonatigen Terror- und Kampf-Ausbildung in der Region Waziristan sei er aber davon überzeugt worden, dass es besser sei, Anschläge in Europa zu begehen. "Auch bei Al Kaida gab es damals keinen Europäer, der die Möglichkeit hatte, Anschläge in Europa zu begehen. Wir haben uns bereiterklärt, weil es niemand anderen gab."

Sie hätten aber nicht aus dem pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet abreisen wollen, ohne "Frontluft" geschnuppert zu haben. Dabei habe er auch schon als Test einen 100-Gramm-Sprengsatz auf Wasserstoffperoxid-Basis gezündet. Im Grenzgebiet zu Afghanistan hätten sie dann "Präsenz gezeigt", und ein Teil der Gruppe habe auch mal eine US-Basis beschossen. Es sei ihnen aber nicht gelungen, die US-Soldaten zum Verlassen der Basis zu bewegen, um sie anzugreifen. Stattdessen seien sie selbst unter Mörserbeschuss geraten.

Der mutmaßliche Rädelsführer erläuterte - ohne Nachfragen des Gerichts - zahlreiche weitere Hintergründe. Die Namen der Personen und Helfer, die er kenne, seien aber wohl kaum die richtigen: "Im Dschihad sagt niemand seinen richtigen Namen", betonte er. Auch überflüssige Fragen würden dort weder gestellt noch beantwortet: "Fragen machen alle nur misstrauisch."

"Die Straße war plötzlich leer"

Gelowicz hatte die Lacher auf seiner Seite, als er berichtete, wie auffällig sich der Verfassungsschutz bei seiner Observation benommen habe: "Die konnte man nicht übersehen." Als Komplize Atilla Selek an einem Observationswagen den Reifen zerstochen habe, sei der ganze Tross davongebraust und habe die Überwachung abgebrochen. "Zehn Autos, die Straße war plötzlich leer."

Obwohl sie wussten, dass sie den Argwohn von Geheimdiensten und Polizei geweckt hatten, hätten sie sich im Sauerland sicher gefühlt und gedacht, dass sie für ihre Verfolger abgetaucht und unsichtbar seien. Dass bei der Routinekontrolle einer Polizeistreife die Polizisten per Funk zurückgepfiffen wurden, hätten sie sogar noch mitbekommen, aber nicht für möglich gehalten, dass dahinter das Bundeskriminalamt steckte. Von der Festnahme durch die Eliteeinheit GSG 9 im September 2007 sei er sehr überrascht gewesen, sagte Gelowicz. "Ich war fest überzeugt, dass alles klappen würde." Allerdings sei er erleichtert gewesen, dass nun kein Druck mehr auf ihm laste. "Wir hätten merken müssen, dass etwas faul ist", resümierte der 29- Jährige.

Der Vorsitzende Richter Ottmar Breidling hatte am Morgen bereits den Umfang der Geständnisse aller vier Angeklagten gelobt: "So etwas habe ich in meiner richterlichen Zeit noch nicht erlebt." Man habe den Eindruck, "dass die Karten ungezinkt auf den Tisch gelegt worden sind". Breidling betonte, dass sich solche Geständnisse auch auf das Strafmaß auswirken werden.

Die Angeklagten hatten im Juni überraschend Geständnisse angekündigt und wurden seitdem in ihren Haftanstalten von BKA-Beamten vernommen. Die Männer sollen eine deutsche Zelle der Islamischen Dschihad-Union gegründet und Anschläge mit Autobomben in Deutschland geplant haben. Die Anklage gegen sie lautet unter anderem auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags.

DPA/AP / AP / DPA
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(