Schlag gegen die Mafia Polizei nimmt mehr als 90 Verdächtige fest


In einer Großoperation gegen die Mafia in Süditalien haben Sondereinheiten der Carabinieri mehr als 90 Menschen festgenommen. "Es ist uns gelungen, die Cosa Nostra am Wiederauferstehen zu hindern", hieß es vollmundig. Allerdings: Der am meisten gesuchte Mafia-Boss ist weiterhin auf freiem Fuß.

Großoperation gegen die Mafia in Süditalien: Sondereinheiten der Carabinieri haben am Dienstagmorgen in Palermo und Umgebung mehr als 90 mutmaßliche Mafiosi festgenommen. Ihnen wird unter anderem Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung, Schutzgelderpressung sowie internationaler Waffen- und Drogenhandel zur Last gelegt.

"Ein wichtiges Ergebnis unserer Ermittlungen ist, dass die Mafia sich treu bleibt", erklärte der zuständige Staatsanwalt von Palermo, Francesco Messineo. "Ihre Strukturen, ihre Methoden, ihre Projekte sind am Ende immer dieselben."

Der Großeinsatz richtete sich gegen den Versuch des flüchtigen Superbosses Matteo Messina Denaro, die sizilianische Cosa Nostra rund 15 Jahre nach der Verhaftung der Mafia-Legende Totò Riina wieder aufzubauen. Die neu organisierte Kommandozentrale der sizilianischen Mafia hätte dann wie in der Vergangenheit die Aufgabe gehabt, von Palermo aus schwere Verbrechen anzuordnen und die wichtigen Entscheidungen zu treffen. Die Ermittlungen hätten über neun Monate gedauert und wären ohne das Abhören von zahlreichen Verdächtigen unmöglich gewesen, hieß es.

"Mit der heutigen 'Operation Perseo' sind alle wichtigen, neu strukturierten Schaltstellen der Cosa Nostra gekappt worden", erklärte der nationale Chef der Anti-Mafia-Kommission, Pietro Grasso. "Wie wir im Juni 2006 die Cosa Nostra in die Knie gezwungen haben, so ist es uns heute gelungen, sie am Wiederaufstehen zu hindern".


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