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Schlag gegen Sinaloa-Kartell: Mexikos Armee tötet mächtigen Drogenboss "Nacho" Coronel

Er gehörte zu den meistgesuchten Drogenhändlern in Mexiko, und auch die USA hatten eine hohe Belohnung auf seine Ergreifung ausgesetzt: Jetzt haben Soldaten Ignacio "Nacho" Coronel erschossen. Offenbar hatte er sich seiner Verhaftung widersetzt.

Bei einer Operation gegen den Rauschgifthandel hat die mexikanische Armee einen der drei Anführer des mächtigsten Drogenkartells des Landes zur Strecke gebracht. Ignacio "Nacho" Coronel, einer der Bosse des Sinaloa-Kartells, sei am Donnerstag auf der Flucht erschossen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Mexiko-Stadt mit.

Coronel habe sich der Verhaftung widersetzt, erklärte das Ministerium weiter. Eine Armeeeinheit habe sich seinem Versteck am Rande der Stadt Guadalajara, 580 Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt genähert, der Gesuchte habe geschossen und einen Soldaten tödlich getroffen. Die Truppen hätten das Feuer erwidert und den Drogenboss getötet. Bei der Aktion mit rund 150 Soldaten wurde den Behörden zufolge auch ein Vertrauter Coronels festgenommen.

USA und Mexiko hatten hohe Belohnung ausgesetzt

Der Tod des Sinaloa-Anführers ist der schwerste Schlag gegen das Kartell, seit Präsident Felipe Calderon Ende 2006 eine militärische Offensive gegen Drogenhändler einleitete. Die US-Bundespolizei FBI wirft Coronel vor, in Geheimlaboren in Mexiko Drogen hergestellt und in die USA gebracht zu haben. Den mexikanischen Behörden zufolge kontrollierte der 56-Jährige die sogenannte Pazifikroute des Kokainhandels in Richtung USA.

Coronel gehörte zu den meistgesuchten Drogenbossen in Mexiko. In der Hierarchie des Sinaloa-Kartells nahm er nach Joaquin "El Chapo" Guzman und Ismael "El Mayo" Zambada den dritten Rang ein. Für seine Ergreifung war in Mexiko und in den USA insgesamt eine Belohnung von umgerechnet 5,7 Millionen Euro ausgesetzt.

15 Leichen mit Folterspuren entdeckt

Im Norden Mexikos sind unterdessen erneut mehrere Tote an einem Straßenrand gefunden worden. Die 15 Leichen waren an einer Landstraße bei der Stadt Matamoros im Bundesstaat Tamaulipas abgelegt worden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich um Opfer des Drogenkrieges handelt. Einige der 13 Männern und zwei Frauen "hatten die Hände gefesselt, die Augen verbunden und wiesen sichtbare Folterspuren auf", sagte ein Behördenvertreter.

Mitte Juni hatte die Polizei schon einmal zwölf Leichen an einer Straße in Tamaulipas gefunden. Insgesamt sind im mexikanischen Drogenkrieg seit Ende 2006 über 25.000 Menschen getötet worden.

mad/DPA/APN/AFP / DPA
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