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Schleuserbanden: Billigarbeiter an Eiscafés vermittelt

Die Polizei hat zwei Rumänen und zwei Italiener festgenommen, die tausende Billigarbeiter nach Deutschland geschleust haben sollen. Die Menschen mussten für ein bis zwei Euro pro Stunde schuften - vor allem in Eiscafés.

Der Polizei und dem Zoll am Sonntag ein Schlag gegen die Schwarzarbeit gelungen. Dabei wurden zwei Italiener und zwei Rumänen verhaftet, teilte die Staatsanwaltschaft Bielefeld mit. Den Beschuldigten werde vorgeworfen, ein Netzwerk organisiert zu haben, um mehrere tausend Menschen aus Osteuropa und anderen Nicht- EU-Staaten nach Deutschland zu schleusen. Dort wurden die Menschen als Schwarzarbeiter zu "Billigstlöhnen". Die Täter hätten sie erhebliche Gewinne erzielt, hieß es weiter.

10-Stunden-Tage, 10 Euro Lohn

Neben den Eiscafés seien auch Wohnungen und Büros in 55 Städten in sechs Bundesländern durchsucht worden. Schwerpunktmäßig sei jedoch Nordrhein-Westfalen betroffen gewesen. "Wir haben eine Punktlandung hingelegt", sagte der Sprecher der Finanzkontrolle Heinz Michael Horst über die Aktion, an der 1800 Einsatzkräfte mitgewirkt haben. Ziel sei es gewesen, die Struktur des illegalen Netzwerkes aufzudecken und die Hintermänner zu verhaften. Die Zahl der Beschuldigten liege im hohen zweistelligen Bereich.

Die illegal nach Deutschland geschleusten Menschen sollen sechs bis sieben Tage pro Woche jeweils zehn und mehr Stunden beschäftigt worden sein. Sie wurden in Eisdielen oder als Putz- und Haushaltshilfen eingesetzt. Dafür seien sie mit minimalen Löhnen von bis zu zwei Euro bezahlt worden, hieß es.

DPA / DPA