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Schmuckraub in Cannes: Beute ist 103 Millionen Euro wert

Was für ein Coup: Ein Mann raubt in Cannes einen Koffer mit teuren Schmuckstücken. Jetzt stellt sich heraus: Die Beute ist nicht 40 Millionen Euro wert, sondern mehr als 100 Millionen.

Der Wert des Schmuckes, der am Wochenende im südfranzösischen Cannes gestohlen wurde, wird von den Ermittlern auf 136 Millionen Dollar (103 Millionen Euro) beziffert. Das teilte die zuständige Staatsanwaltschaft im südfranzösischen Grasse am Montag mit. Bisher war der Wert des gestohlenen Schmucks mit rund 40 Millionen Euro angegeben worden.

Nach ersten Ermittlungen hatte ein bewaffneter Täter am Sonntagmittag im mondänen an der Croisette einen Koffer mit dem teuren Geschmeide an sich gebracht. In dem Luxushotel fand eine Ausstellung außergewöhnlicher Edelsteine des israelischen Juweliers und Milliardärs Lev Leviev statt. Die Schau des Diamantenmoguls war am 20. Juli eröffnet worden und sollte bis zum 30. August dauern.

Der mit Schirmmütze und Schal vermummte Täter habe bei dem Überfall gegen 12 Uhr eine automatische Schusswaffe bei sich getragen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Staatsanwalt. Alles sei schnell und ohne Gewalt passiert. Der Vorfall hat sich dem Bericht zufolge in einem Seitenflügel des Hotels ereignet. Dabei seien mehrere Menschen, darunter auch Sicherheitspersonal, präsent gewesen.

Größter Coup in Frankreich

Erst vor wenigen Monaten hatten Schmuckdiebe in Cannes für Schlagzeilen gesorgt. Während des Filmfestivals waren Preziosen des Luxus-Juweliers Chopard aus einem Hotelsafe gestohlen worden. Die Staatsanwaltschaft sprach damals von einem Wert von rund einer Million Euro, Chopard nannte die Zahl als zu hoch. Wenige Tage danach verschwand aus einem Nobelhotel in der Nähe von Cannes ein Diamanten-Collier des Schweizer Juweliers De Grisogono im Wert von fast zwei Millionen Euro.

Sollte sich der Wert der von rund 103 Millionen Euro bestätigen, dann handelt es sich um den bislang größten Coup in Frankreich. Damit überträfe der Diebstahl auch ein Verbrechen aus dem Dezember 2008. Damals stiegen vier Männern während der Öffnungszeiten in das prestigeträchtige Geschäft Harry Winston nahe den Champs-Élysées ein und erbeuteten Edelsteine im Wert von schätzungsweise 85 Millionen Euro. Sechs Monate später wurden die Diebe verhaftet.

kng/DPA / DPA