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Schneesturm im Himalaya Auch ein Deutscher unter den getöteten Wanderern


Nach einem heftigen Schneesturm sind im Himalaya mindestens 32 Tote zu beklagen. Zu über hundert Wanderern besteht kein Kontakt. Unter den gefundenen Todesopfern ist auch ein Deutscher.

Ein heftiger Schneesturm im Himalaya hat mindestens 32 Menschen das Leben gekostet, zu mehr als hundert Wanderern hatten die Bergungskräfte auch am Donnerstag weiter keinen Kontakt. 24 Leichen seien geborgen worden, teilten die Behörden in Nepal mit. Drei nepalesische Yak-Hirten seien ebenfalls tot, und fünf Bergsteiger, deren Lager von einer Lawine getroffen wurde, seien vermutlich ebenfalls ums Leben gekommen. Die Touristen und ihre Bergführer wurden auf der beliebten Annapurna-Runde in Nepal von dem Schneefall überrascht. Nach Behördenangaben vom Mittwoch stammten neun der Toten aus Nepal, vier aus Kanada, drei aus Polen, drei aus Israel und jeweils einer oder eine aus Indien und Vietnam. Unter den gefundenen Todesopfern ist auch ein Deutscher.

Der Wintereinbruch ist für diese Jahreszeit ungewöhnlich und hängt laut Meteorologen mit dem Zyklon "Hudhud" zusammen, der vor einigen Tagen auf die Küste Indiens traf. 60 weitere Wanderer, unter ihnen auch fünf Deutsche, seien gerettet worden, sagte ein Sprecher des betroffenen Distrikts Mustang. 19 davon seien verletzt und ins nahe gelegene Jomsom-Krankenhaus gebracht worden.

168 Wanderer auf der Route

Die zwei- bis dreiwöchige Runde um den Achttausender Annapurna gehört zu den Himalaya-Klassikern, vor allem im Frühjahr, und jetzt im Oktober sind zahlreiche Wanderer auf der Route unterwegs. Auch der Summit Club des Deutschen Alpenvereins bietet die Tour an, sie ist als leichte Bergwanderung gekennzeichnet. Ein Sprecher sagte, alle Summit-Club-Gruppen, die derzeit im Himalaya unterwegs seien, seien in Sicherheit.

Als das Wetter umschlug, waren nach offiziellen Angaben gerade 168 Wanderer auf dem Weg zum Thorang-Pass (5416 Meter), dem höchsten Punkt der Route. "Zu einigen konnten wir keinen Kontakt herstellen, weil die Telefonverbindungen durch den heftigen Regen und Schnee in der Region unterbrochen waren", sagte ein Sprecher der örtlichen Behörden. Er habe aber erfahren, dass sich die meisten auf dem Rückweg befänden.

Unklar blieb bis zum Abend, wie viele Menschen noch vermisst werden. Die Behörden bestätigten, dass aus dem Basislager des Dhaulagiri drei nepalesische Bergsteiger und zwei slowenische Touristen vermisst würden. Acht Slowenen seien von dort gerettet worden. An vielen Orten seien Einsatzkräfte auf dem Weg, um den Wanderern zu helfen, sagte Lamichhanne. Örtliche Medien zeigten Bilder von Soldaten, die mit ihren Helikoptern Verletzte ausflogen.

Mehrere schwere Unfälle im Himalaya

Die toten Wanderer, die zwischen den Dörfern Kangla und Fu gefunden wurden, hätten unter einer dicken Schneedecke gelegen, sagte Lamichhane der nepalesischen Zeitung "República". "Es ist unklar, ob sie wegen des Schneefalls starben oder von einer Lawine fortgerissen wurden."

Schon am Vortag hatte eine Lawine drei nepalesische Yak-Hirten im Distrikt Manang davongerissen. Zwei von ihnen konnten nach offiziellen Angaben nur noch tot geborgen werden, der dritte sei noch nicht gefunden worden.

In diesem Jahr ereigneten sich bereits mehrere schwere Unfälle im Himalaya. Ein gigantischer Eisfall am Mount Everest, dem höchsten Berg der Welt, kostete im April 16 Nepalesen das Leben. Und erst vor drei Wochen starben ein 35-Jähriger aus München und sein Expeditionskollege aus Italien bei einem Rekordversuch am Achttausender Shisha Pangma.

amt/DPA/AFP DPA

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