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Mecklenburg-Vorpommern: Unbekannte schmieren Hakenkreuz und widerliche Botschaft an Ort, an dem ein Flüchtlingskind starb

Ein neunjähriger Syrer wird von einem Traktor erfasst und stirbt. Dort, wo der tragische Unfall passierte, schmieren Unbekannte mehrfach Hakenkreuze auf den Boden und hinterlassen eine niederträchtige Botschaft.

Eine Unfallstelle eines anderen Unfalls

Eine Unfallstelle eines anderen Unfalls

DPA

Was da in seinem kleinen Städtchen passiert, sei eine "unverständliche Schweinerei", sagt Lutz Götze dem stern. Der 68-Jährige ist Bürgermeister der 4400-Einwohner-Gemeinde Schönberg im Mecklenburg-Vorpommern. Ende Juni kam es dort zu einem tragischen Verkehrsunfall, ein neunjähriger syrischer Junge starb. In den Wochen danach haben nun bereits zweimal Unbekannte direkt an der Unfallstelle rechtsradikale Schmierereien hinterlassen, wie die Polizei Rostock mitteilt. Als erstes hatte das Regionalblatt "SVZ" darüber berichtet.

Am 20. Juni war das Kind einer syrischen Flüchtlingsfamilie laut Polizei auf dem Gehweg in Schönberg unterwegs. Der Junge geriet demnach ins Schlingern und auf die Straße. Dort wurde er seitlich von einem Traktor erfasst und schwer verletzt. Wenige Tage später erlag das Kind im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. 

Schönberg: Hakenkreuz an Unfallstelle

Knapp drei Wochen später, am 8. Juli, bemerkten Zeugen dann an der Unfallstelle ein Hakenkreuz, etwa ein mal ein Meter groß, mit weißer Farbe auf den Boden gesprüht. Es wurde entfernt, doch drei Wochen später, am 28. Juli, wieder dasselbe Bild: ein weißes Hakenkreuz auf dem Gehweg in der Dassower Straße - der Straße, in der der Junge tödlich verletzt wurde. Direkt neben dem Hakenkreuz haben der oder die Täter in beiden Fällen eine abscheuliche Botschaft aufgebracht. "1:0" stand dort in ebenso großer Schrift. Ein Schweriner Staatsanwalt sagt der "Bild" dazu, die Gegend um Grevesmühlen sei vor einigen Jahren für ihre rechtsradikale Szene bekannt gewesen.

"Es ist traurig genug, dass ein Kind tot ist", sagt Bürgermeister Götze. So einen Dreck wolle er in seinem Städchen nicht tolerieren, sagt er. "Das gehört hier nicht her, sowas dulden wir hier nicht." Eine Polizeisprecherin sagte der "SVZ", man gehe davon aus, dass die Schmierereien nicht zufällig genau dort aufgetragen wurden. Das Hakenkreuz ist ein als verfassungsfeindlich verbotenes Symbol. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

In der Kirche St. Jakob in Herxheim (Rheinland-Pfalz) hängt im Glockenturm eine Bronzeglocke mit Hakenkreuz und dem Spruch "Alles fuer's Vaterland - Adolf Hitler".
fin