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Schreckensherrschaft in Kambodscha Anführer der Roten Khmer vor Gericht


Rund zwei Millionen Menschen kamen während der Schreckensherrschaft der Roten Khmer ums Leben. Mehr als 30 Jahre nach dem Regime wurden nun im Prozess gegen den damaligen Führungszirkel die Eröffnungsplädoyers gehalten.

Mehr als 30 Jahre nach dem Regime der Roten Khmer in Kambodscha haben die Eröffnungsplädoyers gegen drei frühere Anführer des Regimes begonnen. Ein Richter erklärte das Hauptverfahren am Montag offiziell für eröffnet. Der frühere Chefideologe Nuon Chea, Ex-Staatschef Khieu Samphan und Ex-Außenminister Ieng Sary sind wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen angeklagt. Sie sind die wichtigsten noch lebenden Anführer des maoistischen Pol Pot-Regimes angeklagt. Die Eröffnungsplädoyers in dem Prozess sollen vier Tage dauern.

Hunderte Kambodschaner, darunter Angehörige von Opfern des Regimes, reisten zu den Eröffnungsplädoyers nach Phnom Penh. Teile des Verfahrens sollen im Fernsehen übertragen werden. Die drei Angeklagten weisen alle Vorwürfe gegen sie zurück. Die ebenfalls angeklagte Frau des Ex-Außenministers, Ieng Thirith, war vom Gericht aufgrund einer Demenzerkrankung für prozessunfähig erklärt worden. Das Gericht hatte ihre sofortige Freilassung angeordnet. Bis zu einer Entscheidung über einen Einspruch der Anklage bleibt sie jedoch in Haft.

Folter und Hinrichtungen waren an der Tagesordnung

Während der Schreckensherrschaft der maoistischen Roten Khmer kamen in den Jahren 1975 bis 1979 in Kambodscha rund zwei Millionen Menschen durch Erschöpfung, Hunger, Krankheit, Folter und Hinrichtungen ums Leben. Die Roten Khmer wollten einen radikalen Bauernstaat errichten und schafften Religion, Schulen und Währung ab.

Der Prozess ist der zweite gegen Verantwortliche der Roten Khmer, nachdem im vergangenen Jahr erstmals ein Urteil gegen ein führendes Regime-Mitglied gefällt wurde. Nach einem Geständnis wurde der einstige Folterchef Kaing Guek Eav alias "Duch" im Juli 2010 zu 30 Jahren Haft verurteilt. Unter seiner Aufsicht waren in der berüchtigten Haftanstalt Tuol Sleng in der Hauptstadt Phnom Penh bis zu 15.000 Menschen gefoltert und hingerichtet worden.

kave/AFP AFP

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