HOME

Schüsse auf Autotransporter: Wie das BKA den Sniper überführte

Jahrelang sucht das BKA einen Schützen, der auf Autos feuert. Jahrelang ohne Erfolg - bis Stefan Michel eine umstrittene Fahndungsmethode wählt. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Verbrecherjagd.

Von Lisa Rokahr

Stefan Michel hat seit Stunden Feierabend, aber er denkt nur an den Fall. Den einen Fall, den er nicht lösen kann. Jahrelang jagten gleich mehrere Polizeistationen erfolglos einem Phantom hinterher, im vergangenen Herbst landete die Akte schließlich auf seinem Schreibtisch. Beim BKA, Abteilung für schwere und organisierte Kriminalität. Aber dieser Fall unterscheidet sich von seiner sonstigen Arbeit. Michel soll einen Schützen fassen, der auf Autobahnen auf Fahrzeuge schießt. Hunderte Male hat er schon getroffen. Ladungen, Autos, Fahrerkabinen. Zwei Frauen wurden schwer verletzt. Eine kam von der Fahrbahn ab, die andere wurde mehrmals getroffen.

Das Problem: Es gibt viele Taten, aber keine Spuren zum Täter. Oft werden die Einschüsse erst Tage später beim Entladen festgestellt. Michel weiß nicht, wo er suchen soll. Sein Tatort sind 920 Kilometer Autobahn. "Verhaltensarmes Täterverhalten" sagt Michel dazu. Der Sniper sucht offenbar wahllos Opfer, schießt nicht nur auf Frauen, nicht nur auf Lkw, nicht nur auf eine bestimmte Spedition. Der einzige Hinweis auf die Persönlichkeit des Täters: "Er muss Fernkraftfahrer sein", das schlussfolgert Michel aus der Höhe der Einschusslöcher.

Ein größeres Kaliber

5000 Plakate und 50.000 Handzettel hat die Polizei seit Beginn der Attacken 2008 auf Autobahnraststätten verteilt, erhöht die Auslobung auf 100.000 Euro. "Aktenzeichen XY" berichtete. Nur 450 Hinweise kamen aus der Bevölkerung. Keine heiße Spur dabei. Michel, graue Haare, schmal, demotiviert das nicht. Im Gegenteil: "Der innere Ansporn treibt mich. Ich will den Täter, unbedingt." Je länger er sich mit dem Rätsel beschäftigt, desto größer sein Wille, den Täter zu fassen. "Ermittlerinstinkt", sagt er.

2012 verschärft sich die Lage. Der Täter benutzt plötzlich eine größere Waffe, 9mm-Kaliber. Die Fahnder haben Angst, dass schon der nächste Schuss eine Katastrophe auslösen könnte: rasender Lkw mit erschossenem Fahrer am Steuer, Massenkarambolage. Schon drei Jahre zuvor traf der Täter in der Nähe von Würzburg eine Frau am Steuer. Drei Geschossteile steckten in ihrem Hals. Kaliber .22, "nur". "Wären das große Projektile gewesen, 9 Millimeter." Michel macht eine Pause. "Das hätte tödlich enden können."

Wegen der wachsenden Gefahr geht die Polizei schließlich an die Öffentlichkeit. Warnt den Täter damit, er solle sich zurückziehen, solange noch nichts Schlimmeres passiert ist. Ein unbefriedigendes Gefühl für die Fahnder, aber vielleicht besser so für die Auto- und Lastwagenfahrer.

Aber der Täter schießt weiter. Und Michel sucht weiter. Einige Monate später muss er sich eingestehen, dass alle konventionellen Suchmethoden erschöpft sind. Und noch immer kein Ansatzpunkt. Es gibt da noch eine Möglichkeit, weiß Michel. Eine umstrittene. Nie zuvor wurde sie eingesetzt. Die Fahndung mit Lesesystemen, die die Kennzeichen vorbeifahrender Fahrzeuge registrieren. Aller Fahrzeuge. Für Datenschützer ein unverzeihlicher Eingriff, Datensammelwut. Verboten ist diese Methode jedoch nicht. "Ultima ratio, ultima ratio", sagt Michel. "Eine andere Möglichkeit, um den Täter zu finden, gibt es nun nicht mehr", sagt er.

Lesesysteme an Autobahnbrücken

Das BKA installiert die Lesesysteme. An sieben Stellen, an Strecken, auf denen der Täter schon häufiger zuschlug. Die Ermittler wählen bewusst Autobahnbrücken als Halterungen aus, nicht die vorhandenen Toll-Collect-Stationen. "Wir wollten nicht einmal den gleichen Stromanschluss benutzen", sagt er. "Damit man uns keinen Missbrauch von Mautdaten vorwerfen kann." Die Kennzeichen seien nur kurz gespeichert worden, und wenn nichts passierte auf der Strecke, "dann wurden sie automatisch nach zehn Tagen gelöscht", sagt der Ermittler. Der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte hat keine Einwände. Und dann passiert - erstmal gar nichts. Vier Monate keine neuen Schüsse. Hat er aufgehört, fragt sich Michel, einfach so?

Am Morgen des 15. April 2013 schießt der Sniper wieder, drei Lkw werden getroffen. Jetzt könnte es klappen, denkt Stefan Michel. Er ermittelt die Fahrstrecken der getroffenen Fahrzeuge, berechnet Weg und Zeit, wo waren sie wann? Die Lkw wurden am Heck getroffen, wahrscheinlich beim Überholen. Der Täter muss also in der gleichen Richtung unterwegs gewesen sein wie seine Opfer.

Am Ende kann Michel die Route des Tatfahrzeugs rekonstruieren. Der Schütze muss die A61 passiert haben, Bad Neuenahr. In einem Zeitfenster von 18 Minuten. 50 Lkw sind in diesen 1080 Sekunden an der nächstgelegenen Lesestation vorbeigefahren. Michel vergleicht ihre Kennzeichen mit denen, die andere Stationen auf der Täterroute registriert haben. Es gibt einen Kreuztreffer, ein einziges Fahrzeug bleibt übrig. Es gehört zu einer Spedition in der Nord-Eifel. "Doch wer der Täter ist, wussten wir immer noch nicht."

Das Handy verrät den Täter

Michel prüft, ob das Fahrzeug zuvor schon aufgefallen ist. Treffer. 30.11.2012, Nordrhein-Westfalen, Rechtsüberholen, zu lange Fahrtzeit. Fahrer: Michael K. Der Ermittler lässt die Ortungsdaten von K.s Handy überprüfen. Wieder ein Treffer. Das Telefon war zeitgleich dort eingeloggt, wo auch der Lkw von den Lesegeräten erfasst wurde. Michel hat Glück, dass der Verdächtige bei einem Provider Kunde ist, der die Handydaten lang genug speichert. 90 Tage lang, das macht in Deutschland nur ein einziger Anbieter, es ist der von Michael K.

Auch bei den früheren Taten war K.s Handy entweder in der Nähe eingebucht, oder sein Lkw wurde in der Nähe registriert. Michel ist sich sicher, auf der richtigen Spur zu sein. Aber er hat nur Indizien. Was er braucht, sind Beweise.

Das BKA observiert den Lkw-Fahrer K. Er lebt in einem Haus in Kall-Fronrath. Am Sonntag, 23. Juni, um 6 Uhr, verlässt K. das Haus, um seinen Lkw zu checken, abends sollte es wieder auf Tour gehen. Ein Sondereinsatzkommando nimmt ihn fest. Im Flur stand schon die gepackte Tasche. Die Ermittler finden darin einen Schießkugelschreiber und Munition. Kaliber .22.

Themen in diesem Artikel
CO2-Paket2019
Habe mir gerade mal die heutige Koalitionsregelung durchgelesen. GAS soll angeblich bepreist werden, wie Flüssig- & Feststoff-Energien. Frage A: ERD-GAS soll laut früheren Aussagen KEIN bzw. KAUM "Abgase" erzeugen. Erdgas-Auto-Anlagen-Werbe-Slogan: "unser Abgas ist reines Wasser" Frage B: Wir haben Fernwärme (angeblich zu 100% aus RUSSEN-ERD-GAS) ZUDEM sind "unsere" Genossenschafts-Wohnbauten (angeblicher "Neubau" in 1989/90/91 (Erstbezug-Timeline 1991 bis 1992) und voll nach WEST-Standard gedämmt und entsprechend baurechtlich von Westbehörden abgenommen worden. Die Balkondämmungs-VOB-Baugewähr lief bspw. in "unserem" Block in 2006 ab. Die Anzahl der Blocks "unserer" Wohn-Genossenschaft beträgt rund 10 Blocks, die "zusammen in den NK abgerechnet werden" (und auf die m2 der Einzelnen Wohnungen "anteilmäßig umgelegt" werden). FAKTUM: Die jährlichen Heizkosten-VERBRÄUCHE liegen "bei uns" rund 50% niedriger als bei der Landeseigenen-Wohngesellschaft., auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Diese haben zur Außen-Sanierung nur "dick Farbe" auf die "dünn verputzten" Kieselstein-Fertigplattenbauten (aus gleicher Bauzeit) aufgetragen. Die Heizkostenstatistik stammt von den Grundsicherungsämtern, die die Miet- & NK von "Bedürftigen" ersatzweise übernehmen. Die Landes-Wohnbaugesellschaften gelten als Treiber der Miet- & NK. Hiermit wurde der Mietspiegel (laut Zahlen der BBU) "preistreibend beeinflusst". FRAGE C: Diese "neue Preistreiberei" NUN, mit der CO2-Bepreisung ab 2019 sowie die "Sanierung der früheren Minmal-Sanierung" wird auch "unseren Mietspiegel" drastisch weiter manipulieren, obwohl es 1. bei "uns" gar keinen "frischen" Handlungsbedarf gibt ! (vollsaniert, GAS-Fernwärme) 2. wir auch den Anbieter NICHT wechseln können, weil der wir Ferngas-Heizung-bestimmt sind, durch Baurecht. 3. weil die Landes-Wohnbausgesellschaft, das, was im eigentlichen Sinn KEINE Sanierung darstellt, als solche definiert (und auf den deren Mietpreis umlegt) ... (Unsinnsbeispiel): so schaffen die gerade die Müllschächte ab und kassieren dafür einen "WohnWerte-Aufschlag" bei den NK, der den Mietspiegel fürden gesamten Nahbereich anhebt. ... (Sanierungs-spielchen): ein Bekannter von mir musste, weil lediglich seine Block-Außenwände "bunt saniert" wurden, 400 Euro (Erstbezug nach Sanierung) für die selbe Wohnung monatlich mehr bezahlen. Er widersprach der Mieterhöhung und es ging vor Gericht. Das Gericht folgt der Landes-Wohnbaugesellschaft und deren Argument, der Bekannte würde schließlich "massiv Enegie einsparen" !!! .... das traf natürlich bis heute (5 Jahre später) niemals zu. Neben den Mietzusatzkosten (KM) sowie den Heizkostensteigerungen (NK) - bei gleichem, extrem hohen Verbrauch - wurde er doppelt bestraft. ... und der Mietspiegel sagt, der "graue" Ghetto-Bezirk sei nun ein "buter und gut sanierter" Luxus-Wohnbestandsbereich ! FRAGE D: demnach macht es auf KEINEN Sinn mehr, ERD-GAS-Taxen & -Busse einzusetzen, nur Wasserstoff- oder E-KFZ ????? SCHLUSSFRAGE: was passiert, wenn diese hohen NEUKOSTEN für die Verbraucher, durch die CO2-Bepreisung wieder einmal ein TEURER NULLEFFEKT -- ohne unabhängige Kontrolle und ohne Strafbewehrung wird ?? Ein 50 Milliarden-Märchen ... das bereits in Stufe 1 (bis 2022) scheitert ?? Vermutlich werden wieder die PRIVATEN Wohnanbieter und PRIVAT-Organisierten Wohn-Genossenschaften die LOOSER sein. Sowie die Verbraucher als Ganzes.
Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.