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Blutbad im Supermarkt : Neue Details: Schütze von Dayton hatte bis zu 250 Schuss Munition bei sich

Neun Menschen tötete der Schütze von Dayton. Doch nun wird klar: Es hätte viel schlimmer kommen können, hätte eine Polizeistreife ihn nicht innerhalb von Sekunden erschossen. 

Nach den Bluttaten in Dayton und El Paso werden Rufe nach einer Reformierung des Waffenrechts laut

"Wenn Gedanken und Gebete bloß kugelsicher wären", steht auf dem Plakat dieser Demonstrantin. Nach den Bluttaten in Dayton und El Paso werden Rufe nach einer Reformierung des Waffenrechts laut

AFP

Nach der Schießerei in der amerikanischen Stadt Dayton kommen nun weitere Details über den Amokläufer Connor B. ans Licht. Wie der Polizeichef Richard Biehl am Monatg erklärte, hatte der Schütze bis zu 250 Schuss Munition bei sich gehabt. Ohne das Einschreiten der Sicherheitskräfte innerhalb von Sekunden hätte ein noch größeres Blutbad gedroht, erklärte Biehl. Der Schütze habe mindestens 41 Kugeln gefeuert. 

Das Motiv der Tat, der am Samstagabend neun Menschen zum Opfer gefallen waren, sei noch unklar. Es gebe aber bislang keine Hinweise auf eine rassistisch motivierte Tat, erklärte Biehl. Sechs der Opfer waren Afroamerikaner. Mindestens 14 Menschen wurden demnach wegen Schusswunden behandelt. Die Polizei erschoss den Angreifer. Der 24-jährige weiße Schütze hatte auch seine zwei Jahre jüngere Schwester getötet. Polizeichef Biehl erklärte, es sei noch unklar, ob ihm bewusst war, dass er auf seine eigene Schwester geschossen habe.

Nach Angaben von Bürgermeisterin Nan Whaley habe der Täter eine Waffe mit vielen zusätzlichen Patronenmagazinen benutzt. Biehl erklärte, der Schütze habe seine Waffe so modifizieren lassen, dass sie als Sturmgewehr funktionierte. "Waffen dieser Art ohne Regulierung in einem zivilen Umfeld zu haben, ist problematisch", sagte Biehl. 

Vergewaltigungsliste beim Schützen gefunden 

Unterdessen melden sich immer mehr Bekannte und Mitschüler des Schützen zu Wort. Ein ehemaliger Freund des 24-Jährigen erzählte der Lokalzeitung "Dayton Daily News", dass er sich Anfang dieses Jahres von Connor B. distanziert habe, nachdem dieser plötzlich mit Waffen hantiert und davon gesprochen hatte, in einer beliebten Studentenbar eine Schießerei veranstalten zu wollen. Ein anderer ehemaliger Freund berichtete, dass er schon seit Jahren über das Verhalten des jungen Mannes besorgt gewesen sei und sogar die Polizei schon auf ihn aufmerksam gemacht habe.

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Wie die Zeitung berichtet, soll der Schütze bereits während seiner Zeit auf der Highschool aufgefallen sein. Demnach sei er kurzzeitig vom Unterricht ausgeschlossen gewesen, nachdem offenbar eine Todesliste und eine Vergewaltigungsliste mit Namen mehrerer Mitschülerinnen und Mitschüler bei ihm gefunden wurden. Eine ehemalige Klassenkameradin erklärte gegenüber "Dayton Daily News", dass sich auch ihr Name auf der Vergewaltigungsliste befunden habe. 

Über die Rückkehr zur Schule seien sie und die anderen Betroffenen von der Schulleitung jedoch nicht informiert worden. Viele von ihnen seien aus Angst zunächst nicht mehr zum Unterricht erschienen. 

ivi / DPA
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