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Drei Tote in Schweden: Maskierter Mann geht mit Schwert auf Schüler los

Es klingt wie ein Horrorfilm: Als in einer schwedischen Schule ein Maskierter mit Schwert auftaucht, glauben die Kinder an eine Verkleidung zu Halloween und wollen Fotos mit ihm machen. Doch dann sticht der Mann zu - und tötet zwei Menschen. 

Der Täter auf dem Foto eines Schülers. Die meisten Kinder glaubten an eine Verkleidung.

Der Täter auf dem Foto eines Schülers. Die meisten Kinder glaubten an eine Verkleidung.

Als der Täter an der Schule auftaucht, maskiert und ganz in Schwarz gekleidet, glauben die Schüler erst an einen frühen Halloween-Scherz. "Wir dachten, es wäre ein Witz", sagt der 14-jährige Laith dem schwedischen Fernsehen. "Einige Schüler wollten ein Bild von ihm machen und das Schwert berühren." Doch schnell wird klar, dass es blutiger Ernst ist. Laith kann rechtzeitig in ein Klassenzimmer flüchten. Andere bemerken die Gefahr zu spät. Mit einer Waffe, die die Schüler für ein Schwert halten, sticht der 21-jährige Täter auf Schüler und Lehrer ein. Zwei sterben, zwei kämpfen im Krankenhaus um ihr Leben. Niemand kann glauben, was passiert ist.

Mit Schüssen kann die Polizei den Täter stoppen, der junge Mann stirbt im Krankenhaus. Was ihn umgetrieben hat, verstehen die vielen Eltern, Schüler und Anwohner nicht, die sich am Mittag am Tatort versammeln. Klar ist nur: Er stammte selbst aus Trollhättan, einer Industrie-Stadt mit etwas mehr als 45.000 Einwohner nördlich von Göteborg in Westschweden.

An der Schule war er den Schülern nicht bekannt.  Wie schwedische Medien berichten, soll er jedoch rechtsextreme Neigungen gehabt haben. Der 21-Jährige habe über die Online-Plattform YouTube Material verbreitet, in dem Adolf Hitler und Nazi-Deutschland glorifiziert wurden, heißt es. Es sei auch um Kritik am Islam und an der Einwanderung gegangen. Rund 400 Kinder und Jugendliche von der ersten bis zur neunten Klasse besuchen die Schule in Trollhättan. Darunter sind viele Schüler mit Migrationshintergrund. Die Polizei habe Ermittlungen zum möglichen politischen Hintergrund der Tat aufgenommen, berichtete das Magazin "Expo".

"Er hat kein Wort gesagt"

Die Maske des Täters erinnert die Jugendlichen an den Bösewicht Darth Vader aus den Star-Wars-Filmen. "Er hat seltsame Musik gespielt und kein Wort gesagt", erzählt eine Schülerin "Aftonbladet". Sie machte laut der Zeitung ein Bild von ihren Freunden mit dem unheimlichen Mann.

Als ein Lehrer aus einem Klassenzimmer gekommen sei und ihn gebeten habe, zu verschwinden, habe der Maskierte plötzlich auf ihn eingestochen. "Dann jagte er uns durch die Schule", sagt sie. "Ich hatte furchtbare Angst." Fünf Minuten, nachdem die Polizei alarmiert wird, kommen Polizisten an der Schule an, schießen zweimal auf den Täter. Ein Schuss trifft ihn in den Brustkorb.

Ein Schüler stirbt im Krankenhaus 

Nach dem Angriff dauert es Stunden, bis sich Chaos und Panik an der Schule gelegt haben. Viele weinen. Einige versuchen anfangs, die Polizei-Absperrungen zu überwinden, weil sie noch Angehörige in der Schule vermuten. Nach und nach dringen die traurigen Nachrichten zu ihnen durch. Ein Lehrer war schon tot, als die Polizei kam. Einen Schüler können die Ärzte im Krankenhaus nicht retten. Schweden trauert - und kann nicht fassen, was geschehen ist.

Attacken wie diese kennen die Schweden bislang fast nur aus dem Ausland. "Es war nur eine Frage der Zeit, bis es in Schweden passieren würde", sagte der Kriminologe Jerzy Sarnecki der Zeitung "Expressen". Ministerpräsident Stefan Löfven spricht von einem "schwarzen Tag für Schweden". Für Schüler und Lehrer in Trollhättan ist an diesem Tag ein entsetzlicher Halloween-Spuk Wirklichkeit geworden.

DPA / AFP