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Jahrelange Ermittlungen Wie Schwedens Polizei einen Doppelmord vor 16 Jahren mittels Ahnenforschung gelöst hat

Ein Absperrband der schwedischen Polizei
Ein Absperrband der schwedischen Polizei
© Johan Nilsson/TT/ / Picture Alliance
Jahrelang hat die schwedische Polizei im großen Stil nach einem Doppelmörder gefahndet, allerdings ohne Erfolg. Nun wurde der mutmaßliche Täter gefasst – mithilfe einer Datenbank für Familienforschung.

Der Polizei im schwedischen Linköping ist es gelungen, einen Doppelmord vor 16 Jahren mit Hilfe einer Datenbank für Familienforschung aufzuklären. Gegen den geständigen Täter wurde nun Anklage erhoben, teilte die Staatsanwalt am Mittwoch mit.

Der heute 37 Jahre alte mutmaßliche Täter hatte der Anklage zufolge 2004 den Drang verspürt, zwei Menschen töten zu müssen. Sein erstes Opfer war ein achtjähriger Junge, der auf dem Weg zur Schule im Zentrum von Linköping war. Der Mann stach ihn von hinten mit einem Messer nieder. Als er sah, dass eine Frau den Vorfall beobachtet hatte, stach er auch sie nieder. Beide starben.

Umfangreichste Polizeiermittlung seit Mord an Schwedens Ministerpräsidenten Olof Palme

Der Täter hinterließ am Tatort das Messer mit Fingerabdrücken, Blutspuren und Haaren, trotzdem konnte die Polizei ihn nicht ausfindig machen. Es folgte die umfangreichste polizeiliche Ermittlung in Schweden seit dem Mord an Ministerpräsident Olof Palme von 1986. 7000 Verhöre wurden durchgeführt, 5000 Menschen mussten sich einem DNA-Test unterziehen, 40.000 Dokumente wurden angehäuft. Doch der Täter war nicht zu finden.

In diesem Jahr stellte die Polizei schließlich die DNA vom Tatort in eine Datenbank für Familienforschung, in die Privatpersonen ihre DNA gestellt hatten. Dort gab es einen Treffer mit einer Person, die Teile der DNA des Täters aufwies. Mit Hilfe eines Genealogen gelang es schließlich, zwei Brüder ausfindig zu machen, deren Erbgut mit dem Profil übereinstimmte. Im Juni wurde der Jüngere festgenommen, nachdem er den Doppelmord gestanden hatte. Die Staatsanwaltschaft geht nicht davon aus, dass er weitere Menschen getötet hat. Er habe sehr zurückgezogen gelebt.

Laut einer Erklärung der Rechtsmedizin leidet der Mann an einer schweren psychischen Störung, weshalb er möglicherweise nicht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird.  

fs DPA

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