Schweden Gericht verurteilt Deutsche wegen Mordes

Wegen Mordes an zwei kleinen Kindern ist in Schweden eine deutsche Studentin schuldig gesprochen worden. Die 32-Jährige hatte zudem die Mutter der ein und drei Jahre alten Kinder mit einem Hammer schwer verletzt. Das Strafmaß wird erst nach einem psychiatrischen Gutachten verkündet.

Eine in Schweden wegen zweifachen Kindesmordes angeklagte Studentin aus Hannover kommt entweder lebenslang in Haft oder dauerhaft in eine geschlossene Psychiatrie. Darauf legte sich das zuständige Gericht im schwedischen Västerås am Dienstag bereits vor der förmlichen Urteilsverkündung fest. Es ordnete einen Tag nach den Schlussplädoyers von Anklage und Verteidigung eine umfassende rechtspsychiatrische Untersuchung der 32-Jährigen sowie weitere Untersuchungshaft an. Dem Gericht zufolge hat die Geschichtsstudentin am 17. März aus Eifersucht einen drei Jahre alten Jungen und dessen ein Jahre alte Schwester in der Kleinstadt Arboga erschlagen. Die Mutter der Kinder, die mit einem Ex-Geliebten der Deutschen zusammenlebt, wurde bei der Bluttat schwer verletzt.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Montag lebenslange Haft oder die dauerhafte Einweisung in eine geschlossene Psychiatrie beantragt. Im Verfahren habe es "überzeugende Beweise" für die Täterschaft der Angeklagten gegeben, begründete die Kammer ihre einstimmige Entscheidung. Nach den in Schweden geltenden Regeln können umfassende psychiatrische Untersuchungen nur bei einem schon ausgesprochenen oder bevorstehenden Schuldspruch angeordnet werden. Damit ist der von Verteidiger Per-Ingvar Ekblad beantragte Freispruch ausgeschlossen.

Die Studentin bestreitet beide Morde. "Wir werden gegen den Schuldspruch in jedem Fall Berufung einlegen", sagte Ekblad im Rundfunk. Er verwies darauf, dass es keinerlei technische Beweise, sondern ausschließlich eine Indizienkette als Basis für die Verurteilung gebe. Im Prozess konnte Staatsanwältin Frieda Gummesson weder DNA-Spuren der Angeklagten vom Tatort noch die Tatwaffe präsentieren.

Für den Nachweis der Täterschaft als ausschlaggebend bezeichnete sie in ihrem Plädoyer das "eindeutig feststehende Tatmotiv" Eifersucht, nachweisliche Lügen der Angeklagten und deren Identifizierung in Arboga durch Zeugen. Die Geschichtsstudentin musste zugeben, dass sie sich am Tag der Mordtat in der Kleinstadt aufgehalten hatte. Sie will dort aber nur historische Ausgrabungsstätten besucht haben.

DPA/AFP/AP AP DPA

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