HOME

Student vor Gericht: Wenn der Wandschmuck zur Mordwaffe wird

Ein Student aus Schweinfurt soll im Darknet ein blühendes Geschäft aufgebaut haben: Er hat offenbar Dekowaffen scharf gemacht und per Post einfach an seine Kunden verschickt. Nun drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

Student aus Schweinfurt bastelt Waffen und verkauft sie im Darknet

Die Staatsanwaltschaft wirft einem Studenten aus Schweinfurt vor, unbrauchbar gemachte Maschinenpistolen wieder scharf gemacht und sie im Internet verkauft zu haben

Warum sich mit dem bescheidenen Bafög zufrieden geben, wenn man seinen Lebensunterhalt in den dunklen Tiefen des World Wide Web aufbessern kann? Diese Frage beschäftigte wohl auch Christoph K.. Im sogenannten Darknet baute sich der Mechatronik-Student unter dem Decknamen Max Mustermann offenbar ein blühendes Geschäft mit Maschinenpistolen auf. Nun muss er sich wegen schwerer Verstöße gegen das Waffen- und das Kriegswaffenkontrollgesetz vor dem Landgericht in Schweinfurt verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 26-Jährigen unter anderem Herstellung und vorsätzliche Ausfuhr von Kriegswaffen sowie unerlaubten Waffenhandel vor. Der Anklage zufolge hatte der Mann seit 2013 Waffen im Wert von rund 20.000 Euro gebaut und über das Internet verkauft. Zum Prozessauftakt am vergangenen Donnerstag legte K. ein umfangreiches Geständnis ab. Bis zu zehn Jahre Haft drohen dem Studenten nun, sollte er schuldig gesprochen werden, sagte ein Sprecher des Landgerichts dem stern.

Gut laufendes Geschäft im Darknet

Anfänglich hatte Christopher K. bei seinen Machenschaften bemerkenswert leichtes Spiel. Aus Slowenien soll er sich sogenannte Dekowaffen bestellt haben - echte Waffen, die unbrauchbar gemacht worden sind. Pro Waffe zahlte er den Informationen der Staatsanwaltschaft zufolge einen läppischen Preis zwischen 180 und 200 Euro. Für den Waffenfanatiker stellte es jedoch allem Anschein kein Problem dar, die rückgebauten Maschinenpistolen wieder scharf zu machen. Er schliff laut der Anklage die Dekowaffenstempel und Nummern ab und machte die Waffen wieder funktionsfähig.

Auf den einschlägigen Plattformen des Darknets soll er schließlich die Maschinenpistolen feilgeboten haben. In der Unterwelt des Internets tummeln sich Hacker, Kriminelle, Pädophile oder auch Waffenhändler. Anonym und unerkannt wickeln sie dort ihre zwielichtigen Geschäfte ab. Schnell fanden sich dort auch Käufer für die Pistolen des Christopher K.. Einen Preis zwischen 1500 und 2000 Euro soll er pro Waffe verlangt haben. Ein Gewinn von mindestens 1300 Euro.

"Nervenkitzel" und "Ausgleich zum Lernen"

Von dem Erfolg offenbar beflügelt, kaufte der Student weitere Waffen und verkaufte sie ebenfalls übers Darknet. Bald soll er auch die dazugehörige Munition angeboten haben. "Es war auch ein Nervenkitzel dabei und ein angenehmer Ausgleich zum Lernen", sagte der 26-Jährige vor dem Landgericht Schweinfurt. Die meisten Aufträge habe er aus Großbritannien erhalten, sagte der Angeklagte. Die Engländer hätten auch am besten gezahlt - bis zu 2500 Euro für eine Maschinenpistole.

Seine Waffen soll er in der Regel mittels einer einfachen Paketbox in Schweinfurt verschickt haben. Die Dekowaffen aus Rumänien ließ er auf die Adresse eines verlassenen Hauses in seiner Nachbarschaft kommen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Alles lief reibungslos - bis eins seiner Pakete von der britischen Polizei abgefangen wurde.

Schwiegervater in spe belieferte Christoph K. angeblich mit Munition

Schließlich wurde Christoph K. vor einem Jahr in der Fachhochschule in Schweinfurt bei einem spektakulären Einsatz von einem Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei festgenommen. Dort studierte er im fünften Semester Mechatronik.

Hilfe bei seinen Waffengeschäften soll der 26-Jährige übrigens vom Vater seiner Freundin bekommen haben. Der 56-jährige Hobbyschütze soll für seinen Schwiegersohn in spe Munition besorgt haben, die dieser später offenbar verkaufte. Der Mann ist nun ebenfalls angeklagt. Außerdem steht ein Kommilitone von Christoph K. unter der Anklage. Er soll Waffen im Kofferraum seines Wagens aufbewahrt haben. Die beiden Mitangeklagten legten am vergangenen Donnerstag ebenfalls umfassende Geständnisse ab. Ihn drohen bis zu fünf Jahre Haft, sagte ein Sprecher des Landgerichts Schweinfurt dem stern.

ivi
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.