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"Mohammed ist der Prophet": Vergewaltiger befreit: Wärterin gibt erstes Interview

Aus Liebe hat Angela Magdici einem Vergewaltiger zur Flucht verholfen. Ein Gericht verurteilte sie dafür zu 15 Monaten auf Bewährung. Im Schweizer Fernsehen äußerte sich die ehemalige Wärterin nun zu dem Urteil.

Syrer und Wärterin Angela Magdici von der Schweiz nach Italien

Verurteilter Vergewaltiger Hassan Kiko und die ehemalige Wärterin Angela Magdici 

Vor einem Jahr befreite Angela Magdici den Vergewaltiger Hassan Kiko aus dem Gefängnis im schweizerischen Limmatal und floh mit ihm nach Italien. Nach einer sechswöchigen Verfolgungsjagd à la Bonnie und Clyde konnte das Pärchen schließlich geschnappt werden. Am vergangenen Dienstag wurde die ehemalige Gefängniswärterin vom Bezirksgericht Dietikon zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten auf Bewährung verurteilt. Jetzt gab sie ein erstes Interview nach dem Urteil. 

In der Sendung "TalkTäglich" auf Tele Züri versuchte sie ihre Tat zu erklären. "Ich wollte den Stand der Gefängniswärter keinesfalls ins Lächerliche ziehen", sagte die 33-Jährige. Sie sei lediglich vom Wunsch angetrieben worden, mit dem Syrer zusammen zu sein. "Wir waren so naiv", musste sie aber im Nachhinein eingestehen.

Bald möchte Magdici ihren Kiko heiraten. Auf die Frage, ob sie zum Islam konvertiert sei, antwortete sie mit dem muslimischen Glaubensbekenntnis: "Es gibt einen Gott und Mohammed ist sein Prophet."

Angebeteterer von Magdici mehrfach verurteilt

Im Gegensatz zu der ehemaligen Wärterin musste ihr Angebeteter aber zurück ins Gefängnis. Am 7. Dezember 2015 wurde er wegen der Vergewaltigung eines 15-jährigen Mädchens zu vier Jahren Haft veruretilt. "Ich darf ihn einmal pro Woche sehen, allerdings nur hinter einer getrennten Wand", klagte Magdici in der Sendung. "Ich bin froh, wenn das mal vorbei ist", fügte sie hinzu.

Bis heute glaubt sie an seine Unschuld. Dabei war die Verurteilung wegen der Vergewaltigung nicht der erste erste Schuldspruch gegen Hassan Kiko. 2010 kam der syrische Flüchtling in die Schweiz. 2012 lud er eine damals 19-jährige Schweizerin zu sich in die Asylunterkunft in Eschlikon ein. Der Coiffeur gab vor, ihr die Haare schneiden zu wollen. Stattdessen hielt er ihr aber einen spitzen Gegenstand an den Hals, zwang sie zum Oralsex und übte solchen auch an ihr aus. Dafür wurde er wegen versuchter Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu drei Jahren und sechs Monaten haft verurteilt. Auch in Zürich soll er eine ähnliche Tat begangen haben.

Nachtschichten für die Liebe

Während Kiko weiter seine Strafen verbüßt, ist es Magdici inzwischen wieder gelungen, zurück ins Berufsleben zu finden. Sie arbeite als stellvertretende Speditionsleiterin im Lebensmittelbereich, verriet sie bei "TalkTäglich". Bevorzugt arbeitet sie dort nachts. "So habe ich unter der Woche immer Zeit für Hassan", erklärte sie.

Die häufige Kritik an dem milden Urteil kann sie nicht nachvollziehen: "Langsam müssten sich diese Stimmen schon mal legen", findet die 33-Jährige. "Ich verweise hier auf den rechtlichen Aspekt. Wir haben eine Gesetzgebung, die ausgelegt wurde."

Das Urteil gegen ihren Liebsten wollte sie aber offenbar nicht so schnell akzeptieren.

ivi