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Schwimmtrainer unter Missbrauchsverdacht: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lurz

Schwerer Vorwurf gegen Stefan Lurz: Der Schwimmbundestrainer und Bruder von Goldgewinner Thomas Lurz soll eine 15-Jährige sexuell missbraucht haben. Einer Zeitung zufolge erwartete Lurz nach seiner Rückkehr von der EM in Ungarn bereits die Polizei.

Gegen Deutschlands Freiwasser-Trainer Stefan Lurz sind Ermittlungen wegen des Verdachts des sexuellen Übergriffs auf eine Minderjährige aufgenommen worden. "Ich bin am Dienstagabend per Telefon von Stefan über die Vorwürfe gegen seine Person informiert worden", sagte der Leistungssportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), Lutz Buschkow, am Rande der EM in Budapest.

Die Würzburger Staatsanwaltschaft teilte am Mittwoch lediglich mit, dass Ermittlungen gegen einen Würzburger Schwimmtrainer wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Nötigung gegenüber einer Schutzbefohlenen aufgenommen worden seien. "Nähere Einzelheiten geben wir zum jetzigen Zeitpunkt aus ermittlungstaktischen Gründen und aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes der Beteiligten nicht bekannt", sagte ein Behördensprecher.

"Ich bin mir keiner Schuld bewusst"

Lurz soll sich nach einem Bericht der "Mainpost" bei einem Wettkampf im November in Essen und während eines Trainingslagers Ende März 2010 in Singapur an einer 15 Jahre alten Schwimmerin vergangen haben. Die Mutter des Mädchens habe den 33 Jahre alten Schwimmtrainer angezeigt, schreibt das Blatt. Er sei daraufhin nach seiner Rückkehr von der Schwimm-Europameisterschaft in Ungarn am Montag in Würzburg festgenommen worden.

Stefan Lurz und sein Bruder Thomas, der in der vergangenen Woche am Plattensee mit Gold über 10 km seinen 13. internationalen Titel gewonnen hatte, waren am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. "Ich bin mir keiner Schuld bewusst", zitiert die "Mainpost" den Bundestrainer, der mit der ehemaligen Weltklasseschwimmerin Annika Liebs verheiratet ist. Sein Anwalt Norman Jacob wies am Mittwoch alle Vorwürfe zurück. "Es gilt für mich die Unschuldsvermutung", sagte er. Weitere Erklärungen wolle er vorerst nicht abgeben. Nach "Mainpost"-Informationen soll der Arbeitsplatz von Stefan Lurz durchsucht und sein Handy sichergestellt worden sein.

mad/SID/DPA / DPA