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Vorfall in Seattle: Überfall auf Toilette: Joggerin verprügelt Vergewaltiger

Eine Jogging-Tour in einem Park in Seattle wurde für Kelly Herron zu einem Alptraum. Als sie gerade eine Toiletten-Pause machte, wurde sie von einem Mann angegriffen. Sie wusste sich zu wehren - und erinnerte sich daran, was sie im Selbstverteidigungskurs gelernt hatte.

Ein mehrfach vorbestrafter Sexualtäter (r.) griff die Joggerin Kelly Herron (l.) in einem Park in Seattle an

Ein mehrfach vorbestrafter Sexualtäter (r.) griff die Joggerin Kelly Herron (l.) in einem Park in Seattle an

Die US-Amerikanerin Kelly Herron ist eine begeisterte Läuferin. Regelmäßig trainiert sie für den Marathon. Auch am Nachmittag des 5. März joggte sie durch den "Golden Garden Park" in Seattle. Nach vier Meilen musste die 36-Jährige eine Pause einlegen. Auf der öffentlichen Toilette trocknete sie sich gerade die Hände, als sie merkte, dass sie nicht alleine war. 

"Mir wurde bewusst, dass etwas nicht stimmt", erzählte Herron dem Sender ABC später. Als sie sich umdrehte, stand ein Mann vor ihr. "Er warf mich sofort zu Boden, schlug auf meine Knie und Beine ein." Als er versuchte ihr die Hose auszuziehen, wusste Herron, dass sie kämpfen muss.

"Ich kämpfte um mein Leben", schrieb sie einen Tag nach der Attacke auf Instagram. Immer wieder schrie sie "heute nicht, Mutterf***er". "Ich zerkratzte sein Gesicht, schlug zurück und versuchte verzweifelt, mich aus seinem Griff zu befreien". Aber der Angreifer prügelte um so heftiger auf sein Opfer ein, je mehr sie sich wehrte.

Angreifer ist mehrfach vorbestraft

"Irgendwann hatte ich das Gefühl, das Bewusstsein zu verlieren", erzählte sie ABC. "Aber dann hatte ich plötzlich einen Adrenalinschub." Sie erinnerte sich daran, was sie erst drei Wochen zuvor in einem zweistündigen Selbstverteidigungskurs gelernt hatte. "Man hat mir beigebracht, mit dem harten Knochen der Handkante in weiche Körperteile zu schlagen. Also begann ich auf seine Kopfseite einzuprügeln."

Irgendwann konnte sich Herron losreißen und aus dem Toilettenhäuschen fliehen. Zusammen mit einem Passanten, der ihre Hilferufe gehört hatte, gelang es ihr, den Angreifer sogar in der Toilette einzusperren, bis schließlich die Polizei kam.

Tipps gegen Angreifer

Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei dem Angreifer um den 40-jährigen Gary S., einen mehrfach verurteilten Sexualstraftäter. Die taffe Frau kam mit einigen blauen Flecken und einem Schrecken davon. Auf Instagram veröffentlichte sie Fotos ihrer Blessuren. "Meine Seele ist gesund", schrieb sie aber dazu. 

"Unverschämte Bereitschaft zu Angriffen"

Gegenüber der Polizei gab der obdachlose S. an, seinen Angriff gestoppt zu haben, nachdem er all das Blut des Opfers gesehen hätte. Er habe auf die Beamten in der Toilette gewartet und wollte von ihnen getötet werden, behauptete er. 

"Der Angeklagte stellt eine Gefahr für die Gemeinschaft dar", schrieb die Staatsanwältin Carla Carlstrom in der Anklageschrift. "Sein räuberischer Überfall auf die Frau mitten am Tag demonstriert seine unverschämte Bereitschaft zu Angriffen, ohne dass er Angst hätte, erwischt zu werden", zitiert die Lokalzeitung "Seattle Times" aus dem Dokument.

ivi
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