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Sekte in Texas: Mädchen zu Sex in Tempel gezwungen

Auf dem Gelände der Polygamisten-Sekte in Texas, von dem die Polizei bereits 400 Kinder gerettet hatte, sollen sich schlimme Szenen abgespielt haben. Mädchen sollen dort geschlagen und vergewaltigt worden sein. Mehrere junge Frauen waren schwanger.

Nach der Durchsuchungsaktion auf einem Sektengelände in Texas kommen die Details über das Schicksal der Kinder langsam ans Licht. Junge Mädchen wurden von der Fundamentalist Church of Jesus Christ of Latter Day Saints (FLDS) mit älteren Männern verheiratet und dann im Tempel zum Sex mit ihnen gezwungen, heißt es in Gerichtsdokumenten.

In dem Tempel auf der Ranch in Eldorado gebe es ein Bett, in dem erwachsene Männer sexuelle Handlungen mit minderjährigen Mädchen vorgenommen hätten, soll ein Informant gesagt haben. Die Ermittler fanden tatsächlich ein Bett in dem Gebäude und darin das Haar einer weiblichen Person. Mehrere junge Mädchen auf dem Gelände waren den Angaben zufolge schwanger. In den Dokumenten wurde eine 16-Jährige wähnt, das vier Kinder hat.

Alle Kinder, insgesamt mehr als 400, wurden von den Behörden in Sicherheit gebracht. Die Beamten versuchen nun, ihre Identitäten und die ihrer Eltern zu ermitteln. Das gestaltet sich aber schwierig, weil einige Kinder die Namen ihrer biologischen Eltern nicht nennen konnten oder wollten und andere gleich mehrere Mütter angaben. Zwölf der Kinder litten an Windpocken.

Ausgelöst wurden die Ermittlungen von einer 16-Jährigen, die bei einer Hilfsorganisation angerufen und gesagt hatte, sie sei auf dem Anwesen missbraucht worden. Sie erklärte, ihr 50-jähriger Ehemann habe sie geschlagen und vergewaltigt. Ihr Name und ihr Aufenthaltsort sind nicht bekannt. Gegen ihren mutmaßlichen Ehemann, einen verurteilten Sexualstraftäter, wurde Haftbefehl erlassen.

Einer der neun Anwälte der Sekte verurteilte die Durchsuchung des Tempels. Diese entspreche einer Durchsuchung des Vatikans oder anderer heiliger Stätten. Die zuständige Staatsanwältin erklärte dagegen, es gehe um Beweise für kriminelle Handlungen und nicht um die Beleidigung einer Religion.

AP / AP
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