HOME

Sekte tötete Säugling: Weitere Festnahmen in Chile

Bei einem Ritualmord im vergangenen November soll ein Baby von einer Sekte lebendig verbrannt worden sein. Nach ersten Festnahmen inhaftierte die chilenische Polizei nun weitere drei Verdächtige.

Im Zusammenhang mit einem Ritualmord an einem zwei Tage alten Baby in Chile hat die Polizei drei weitere Verdächtige festgenommen. Die Mitglieder einer Sekte, ein Mann und zwei Frauen, hätten sich am Samstag gestellt, teilte die Polizei mit. Bereits am Freitag hatten die Behörden die Festnahme von vier verdächtigen Sektenmitgliedern, die an der Ermordung des Säuglings im November beteiligt gewesen sein sollen, bekanntgegeben. Zudem teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass eine Frau ihre Teilnahme an dem Ritualmord bereits zugegeben habe.

Unter den Festgenommenen ist nach offiziellen Angaben auch die Mutter des getöteten Kinds. Das Neugeborene soll in einer rituellen Zeremonie auf einem Bauernhof in der Gemeinde Quilpué, etwa 110 Kilometer westlich der Hauptstadt Santiago de Chile, bei lebendigem Leib verbrannt worden sein.

Flüchtender Anführer sei Vater des Kindes

Der 36-jährige Anführer der kleinen Sekte soll der Vater des geopferten Babys sein. Nach Polizeiangaben nennt er sich "Antares de la luz" (Antares des Lichts), befindet sich auf der Flucht und verließ Chile im Februar in Richtung Peru. Die Mutter des Babys sagte den Ermittlern, es sei stets klar gewesen, dass ihr Kind getötet würde.

Die Mitglieder der Sekte sind bekannt dafür, ein halluzinogenes Getränk zu sich zu nehmen. Laut Polizei kontrollierte der Sektenführer seine Anhänger. Er soll sie aufgefordert haben, alle geliebten Objekte und Beziehungen zu entbehren, weil sie finstere Kräfte vertreten würden, die geopfert werden müssten. Mit fünf Frauen der Gruppe unterhielt der Anführer sexuelle Beziehungen. Als eine von ihnen schwanger wurde, sperrte er sie monatelang ein und überzeugte sie von der Tötung des Kinds.

Die Überreste des getöteten Babys wurden von der Polizei gefunden. Das zwei Tage alte Kind sei lebend verbrannt worden, wie die Zeitung "La Segunda" berichtete. Die Ermittlungen hatten wegen mutmaßlichen Drogenschmuggels begonnen.

awö/DPA/AFP / DPA
Themen in diesem Artikel