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Geschminkt, verkleidet, entblößt Klinikum Aachen feuert Pfleger wegen Patienten-Selfies


Erst schminkten und verkleideten sie ihre Patienten, dann fotografierten sie sie - und schickten sich die Bilder per Whatsapp zu. Fünf Notaufnahme-Pfleger aus dem Aachener Klinikum wurden gefeuert.

Ihre Patienten waren dement oder anderweitig in ihrem Bewusstsein eingeschränkt - und mehrere Pfleger des Klinikums Aachen nutzten das zu einem geschmacklosen Spiel. Sie fotografierten sich mit ihnen und hatten sie dafür sogar geschminkt oder verkleidet. Weitere Fotos zeigen nackte Körperteile der hilflosen Patienten. Verbreitet wurden sie dann über den Kurznachrichtendienst Whatsapp, berichten die "Aachenener Nachrichten" exklusiv. Jetzt hat das Klinikum fünf der Pfleger gefeuert.

Die Beschäftigten hätten mindestens zwei Selbstporträts mit Patienten und eine Videosequenz aufgenommen, teilte ein Sprecher der Uniklinik RWTH Aachen am Dienstag mit. Er selbst machte aber keine Angaben dazu, ob die Menschen bei Bewusstsein waren. "Das ist eine absolute Grenzüberschreitung. Man posiert nicht mit Schutzbefohlenen", sagte der Sprecher.

Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein

Die Staatsanwaltschaft Aachen prüft, ob ein Anfangsverdacht für eine Straftat vorliegt wie möglicherweise Beleidigung, Nötigung oder Verstoß gegen den Schutz vor heimlichen Bildaufnahmen.

Das Klinikum wollte sich wegen der laufenden Ermittlungen nicht zu Einzelheiten äußern. Weitere Informationen seien aus Gründen des Persönlichkeitsrechts nicht möglich. Laut Medienberichten sollen die Mitarbeiter für die Aufnahmen auch den Konsum von Drogen mit Gipspulver nachgestellt haben.

Durch das Fehlverhalten einzelner sei die engagierte Arbeit der Mehrheit in Misskredit geraten, stellte das Universitätsklinikum fest. Mit ihrem Verhalten hätten die Beteiligten gegen den Wertekanon des Hauses verstoßen, sagte Brandstädter.

awö/DPA DPA

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