Serienmörder Holländer für Austausch von Informationen


Die Mehrheit der Abgeordneten im niederländischen Parlament befürwortet den Austausch juristischer Informationen über Kriminelle innerhalb der Europäischen Union. Ein EU-Strafregister ist in Arbeit.

Nach einer Umfrage der niederländischen Agentur anp vom Montag wollen Christdemokraten, Sozialdemokraten und die rechtspopulistische Liste Pim Fortuyn (LPF), dass die Niederlande ihre EU-Präsidentschaft nutzen, um entsprechende Pläne voranzubringen. Die Europäische Kommission arbeite bereits an einem EU-Strafregister. Die Vorschläge sollen Ende des Jahres vorliegen. Es handele sich um die Fortsetzung eines europäischen Haftbefehls. Hintergrund der Initiative ist unter anderen der Fall des mutmaßlichen Serienmörders Michel Fourniret und die Verurteilung des Mädchenmörders Marc Dutroux.

Sprecher der Parteien wiesen darauf hin, dass die in Den Haag ansässigen Organisationen Europol und Eurojust als Informationsmakler zwischen den nationalen Polizeibehörden und Ermittlungsbehörden der EU fungieren. Dort müsse die Grundlage für ein europäisches Strafregister angesiedelt sein.

Auch die Bundesregierung will sich auf EU-Ebene für die zügige Einrichtung eines gemeinsamen Strafregisters der Mitgliedsstaaten einsetzen. "Eine solche Datenbank hätten wir lieber heute als morgen", sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Sonntag dem Berliner "Tagesspiegel".

Leichenfunde erschüttern Frankreich

Nach dem Geständnis des mutmaßlichen französischen Serienmörders Michel Fourniret (62) entdeckte die Polizei am Samstag auf dessen Schlossgrundstück in Donchery in den Ardennen die sterblichen Überreste von zwei seiner vermutlich zehn Opfer. Im Elsass wurde ebenfalls am Samstag, eine Woche nach ihrem Verschwinden, die Leiche der 14-jährigen Julie aus Schirmeck in einem Bach entdeckt. Es gebe Ähnlichkeiten mit dem Tod der 11 Jahre alten Jeanne-Marie und der 38-jährigen Hedwige Valleé, die wenige Tage zuvor ebenfalls mit Stichen im Unterleib in Bachläufen abgelegt worden waren.

Nach den Leichenfunden in Donchery steht möglicherweise eine der schlimmsten Sexualmordserien in Europa vor der Aufklärung. Der 62- jährige Fourniret hat neun Morde in Frankreich und Belgien gestanden. Die meisten Opfer waren Mädchen, die er vergewaltigte und ermordete. Ob er noch mehr Menschenleben auf dem Gewissen hat, ist ungeklärt. Die französische Polizei prüft drei, die belgische fünf weitere Fälle.

Auch im Elsass schließen die Fahnder nicht aus, dass ein Serientäter alle drei Morde begangen hat. Verdächtigt wird der 56 Jahre alte Pierre Bodein, der wegen Vergewaltigung und Mordversuchs 35 Jahre in Haft saß und kürzlich vorzeitig entlassen wurde.

DPA DPA

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