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Schütze Roland E. muss in Haft: Janina starb durch wahllose Schüsse - das war Mord, sagt das Gericht

Die elfjährige Janina stirbt durch eine Revolverkugel, die ihren Hinterkopf trifft, als sie Silvester feiert. Der Schütze sagt, er habe das nicht gewollt. Das Gericht sagt trotzdem: Er ist ein Mörder.

Ein Kreuz mit Lichtern zum Gedenken an die elfjährige Janina ist in Unterschleichach (Bayern) an einem frostigen Morgen zu sehen

Andenken an die elfjährige Janina. Das Mädchen starb in der Silvesternacht. Es war Mord, hat das Gericht nun entschieden.

Janinas Mutter fixiert den Mann, der ihre Tochter getötet hat. Mit einer Revolverkugel, die er in die Nacht feuert - und die der elfjährigen Janina in den Hinterkopf dringt. Die Mutter ist nicht dabei, als es passiert, in der Silvesternacht vor fast einem Jahr. Nun aber, im Prozess gegen den Schützen, wendet sie ihren Kopf immer wieder diesem Mann zu. Er erwidert ihren Blick nicht - auch nicht nach dem Urteil.

Die einen nennen das vor Gericht Eiseskälte. Der Vorsitzende Richter Manfred Schmidt sagt, der 54-Jährige wirke bedrückt. Zwölfeinhalb Jahre soll der gelernte Maurer ins Gefängnis - wegen Mordes. Dazu verurteilt ihn das Landgericht Bamberg am Donnerstag. Er habe den Eltern einen unwiederbringlichen Verlust zugefügt. Lebenslang bekommt er nicht, weil das Gericht nicht ausschließen kann, dass der körperlich kranke und depressive Mann vermindert schuldfähig ist.

Am Tag zuvor steht er auf, zu seinem letzten Wort vor Gericht. Er verschränkt die Hände vor dem Körper, wankt leicht. "Ich bitte die Eltern um Verzeihung", sagt er, diesen einen Satz, und blickt starr nach vorne zum Richter. Die Eltern sieht er nicht an. Stille im Gerichtssaal. "Das war's?", fragt Schmidt. Das war's.

Eine nüchterne Entschuldigung für die Eltern

"Ich hoffe, dass er es bis zum Ende seines Lebens bereut und ihm bewusst ist, was er uns angetan hat", sagt Janinas Mutter wenige Stunden zuvor. "Die Lücke wird sich nie schließen." Sie sagt aus vor Gericht, spricht über den Kampf mit dem Alltag nach Janinas Tod. Sie dreht ihren Kopf zum Angeklagten, er hält den seinen gesenkt.


Janinas Mutter trägt schwarze Kleidung, wie an jedem Verhandlungstag. Während der Verhandlung bleibt sie meist gefasst, viele ihrer Tränen sind still. Manchmal aber erträgt sie es nicht mehr, dann eilt sie aus dem Gerichtssaal. Am vorletzten Prozesstag ist es dann der Angeklagte, der weint. Aber nicht auf seinem Platz im Gericht. Stattdessen sieht man an der Saalwand seine Tränen, denn dorthin wird ein Video projiziert: seine Vernehmung bei der Polizei am 12. Januar. Er weint, weil die Sprache auf seinen Sohn kommt.

Im Gerichtssaal regt sich der Mann selten. Richter Schmidt hat Mühe, ihm Antworten zu entlocken. Auch in der Vernehmung bei der Polizei strengen sich die Beamten an. Es geht um die Straße, auf der Janina feierte. "Da hab' ich früher auch geböllert", sagt er. "Aber seitdem der Sohn weg ist..." Er bricht ab. Sein Sohn ist heute 15 Jahre alt und - so beschreiben es Zeugen im Prozess - sein Ein und Alles. Doch der Junge lebt bei der Mutter, der Ex-Lebensgefährtin, seit diese sich vom Vater getrennt hat - am 23. Dezember 2010. Das hinterlässt Spuren, die auch am vergangenen Silvesterabend nachwirken.

Der 54-Jährige, seit Jahren körperlich krank und depressiv, ist an diesem Abend allein. Er schläft vor dem Fernseher ein, nachdem er seine Schmerz- und Schlafmittel genommen hat. Doch er schläft nicht durch, kann Silvester nicht verschlafen. Das Geböller der Nachbarn vor seinem Haus weckt ihn. Vor dem Haus, das er für seine Familie gebaut hatte.

"Jetzt ist alles kaputt"

In Jogginghose und Hausschuhen geht er in den Keller, nimmt eine seiner vier Waffen, einen Revolver, lädt ihn und geht in den Garten. Hinten rum, damit ihn die Menschen auf der Straße nicht sehen können. Da steht er im Dunkeln - und feuert. Er sagt: in Richtung Wald, nach oben, nicht auf Menschen. Der Richter sagt: auf die Feiernden, zumindest mit einem Schuss. Heimtückisch und aus Ärger.

"Jetzt ist alles kaputt", sagt der Beschuldigte bei der Vernehmung. In den Tagen nach den Schüssen gesteht er nicht, obwohl die Polizei ihn befragt. Er habe, erklärt er später, immer gehofft, dass es nicht sein Schuss war, der Janina getötet hat. Er schweigt. "Aus Angst vor Konsequenzen für sich selbst", wirft Oberstaatsanwalt Otto Heyder ihm vor. "Schlicht, weil er zu feige ist", betont er.

"Wir gehen nicht davon aus, dass er keine Reue hat", sagt der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. "Wir halten ihn auch nicht für einen eiskalten Menschen." Dennoch, Janinas Eltern hat er das Kind genommen.

jen/Sophie Rohrmeier / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.