HOME

Skandal um Gammelfleisch: Mitarbeiter legen Geständnis ab

Vergammeltes Fleisch umetikettiert und verkauft: Vor dem Landgericht Augsburg begann der Prozess um einen der größten Gammelfleisch-Skandale Deutschlands. Zwei Mitangeklagte legten am Freitag nach Absprache mit dem Gericht ein Geständnis ab.

Im Prozess um einen der größten Ekelfleischskandale in Deutschland haben zwei Angeklagte zum Auftakt am Freitag Geständnisse abgelegt. Der Vorsitzende Richter am Landgericht Augsburg hatte ihnen dafür zuvor Bewährungsstrafen zugesichert. Der Hauptangeklagte, ein Fleischfabrikant aus dem schwäbischen Wertingen, soll sich erst am kommenden Mittwoch äußern.

Die Angeklagten müssen sich vor dem Landgericht Augsburg verantworten, weil sie nicht mehr lebensmitteltaugliches Fleisch umettiketiert haben sollen. Die Verhandlung wurde allerdings kurz nach Beginn unterbrochen, weil sich das Gericht für eine Besprechung mit der Staatsanwaltschaft und den Verteidigern zurückzog. Mit einem Urteil sei jedoch noch nicht zu rechnen, teilte ein Gerichtssprecher mit.

Der Wertinger Unternehmer soll in 22 Fällen zwischen Juni 2006 und August 2007 tiefgefrorenes Fleisch der Kategorie 3, das "nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet" war, in seinem Betrieb umetikettiert und als lebensmitteltaugliches Fleisch weiterverkauft haben. Erst nach und nach stellte sich heraus, dass die Firma insgesamt rund 150 Tonnen Schlachtabfälle an Berliner Dönerbuden verkauft haben soll. Zudem soll sie in 13 Fällen Fleisch von kranken Tieren erworben und ebenfalls als Lebensmittel verkauft haben.

Aufgedeckt hatte den Skandal ein aufmerksamer Lastwagenfahrer im Sommer 2007. Als er 11,5 Tonnen Fleisch der Kategorie 3 in die Fabrik im schwäbischen Wertingen brachte, konnte er beobachteten, wie der Angeklagte es heimlich umetikettierte.

hw/cjf/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel