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Sohn im Gefängnis vergewaltigt: Mutter und Freund bekommen Höchststrafe

Mindestens 20 Jahre Haft für eine unfassbare Tat: In einem französischen Gefängnis hat ein Häftling mehrfach seinen Stiefsohn vergewaltigt. Auch die Mutter verging sich an dem Vierjährigen.

Wegen wiederholter Vergewaltigung eines kleinen Jungen, unter anderem im Besucherraum eines Gefängnisses, sind die Mutter des Kindes und ihr Lebensgefährte zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Straßburger Schwurgericht verhängte gegen das Paar am Mittwochabend die Höchststrafe von 20 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung, die bis zu fünf Jahre dauern kann. Der Anwalt der Mutter kündigte Berufung an.

Ein 31 Jahre alter Franzose hatte im Februar 2010 das damals vier Jahre alte Kind seiner Freundin im Besucherraum eines Gefängnisses in der ostfranzösischen Stadt Toul vergewaltigt. Er verbüßte dort eine Strafe wegen Misshandlung einer früheren Freundin. Die 25 Jahre alte Mutter führte den kleinen Jungen in den Raum, verband ihm die Augen und hielt ihn während der Vergewaltigung fest. Laut dem Anwalt des Kindes brachte die Mutter ihren Sohn an diesem Tag zweimal in das Besucherzimmer.

Die Mutter missbrauchte den kleinen Jungen zudem mehrfach an einem anderen Ort. Beide Angeklagte gestanden den Missbrauch des Jungen, der heute acht Jahre alt ist und in einem Heim lebt.

Sado-masochistische Fantasien am Kind ausgelebt

"Nicht einmal ein Tier" hätte sich so verhalten, sagte Staatsanwalt Gilles Delorme an die Mutter gewandt, die regungslos neben ihrem Partner auf der Anklagebank saß. Zuvor hatte die 25-Jährige zugegeben, ihren Sohn in den Jahren 2009 und 2010 selbst sexuell missbraucht und die Taten für ihren Freund mit dem Handy gefilmt zu haben. Bei Hausdurchsuchungen fanden die Ermittler zahlreiche Videoaufnahmen, einige davon wurden im Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit gezeigt.

"Es war unerträglich, dafür gibt es keine Worte", sagte anschließend Yannick Pheulpin, der Anwalt des Kindes. Die Mutter habe "ihren Sohn auf dem Altar ihres perversen Deliriums" geopfert. Psychiatrische Experten beschrieben die Beziehung des Paares als "sado-masochistisch". Der Stiefvater habe mit Hilfe der Mutter an dem Kind seine "pädophilen Fantasien" ausgelebt.

Strafmaß wie bei Kindermord

Der Angeklagte, der vor Gericht mit kahlgeschorenem Schädel erschien, wurde von Ärzten als gewalttätig mit schizophrenen Tendenzen beschrieben. Die Mutter beteuerte, sie habe auf "Anweisung" ihres Partners gehandelt.

Ihr Anwalt nannte die Strafe "exzessiv". Dieses Urteil entspreche dem, das bei Kindermord üblich sei. Im übrigen sei die Mutter selbst schließlich zur Polizei gegangen, um von den sexuellen Übergriffen auf ihr Kind zu berichten. "Wer weiß, wie weit das sonst noch gegangen wäre", sagte der Verteidiger.

Die Gefängniswärter bekamen von den Vorgängen im Besucherraum offenbar nichts mit, weil das Fenster der Tür mit Müllsäcken verhängt war. In einigen französischen Gefängnissen ist dies üblich, um Gefangenen bei Besuchen ihrer Partner Privatsphäre zu ermöglichen. Der Besucherraum des Gefängnisses von Toul sei offenbar ein "Bordell, wo man alles tun kann", kritisierte der Staatsanwalt.

cjf/AFP / AFP
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