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Solingen Fünf Kinder wohl betäubt und erstickt – Mutter womöglich emotional überfordert

Marcel Maierhofer (r), Leiter der Mordkommission, Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt (hinten) und Einsatzleiter Robert Gereci (M.) sprechen bei der Pressekonferenz zum Tod von fünf Kindern in Solingen
Marcel Maierhofer (r), Leiter der Mordkommission, Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt (hinten) und Einsatzleiter Robert Gereci (M.) sprechen bei der Pressekonferenz zum Tod von fünf Kindern in Solingen
© Roberto Pfeil / DPA
Nach dem Tod von fünf Kindern in Solingen haben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Ermittlungsergebnisse bekanntgegeben. Demnach gibt es erste Hinweise auf das Tatmotiv der Mutter.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben über den Ermittlungsstand wegen des Todes von fünf Kindern in Solingen informiert. Demnach hat die Obduktion Hinweise darauf ergeben, dass die Kinder betäubt und erstickt worden sein könnten. Die 27-jährige Mutter ist die einzige Tatverdächtige.

Die Großmutter hat laut Ermittlern wegen eines Chats mit der 27-Jährigen die Polizei in Mönchengladbach alarmiert. Daraufhin sei die Polizei zur Wohnung der Familie in Solingen gefahren, habe die Tür aufgebrochen und fünf leblose Kinder entdeckt. Der Frühstückstisch war noch gedeckt. Ob die Kinder beim Frühstück Medikamente verabreicht bekommen haben, untersuchen noch Toxikologen.

Überlebt der Älteste, weil er in der Schule war?

Warum der älteste Sohn überlebt hat, können die Ermittler noch nicht mit Sicherheit sagen. Er sei in der Schule gewesen. Die Mutter habe dort angerufen und den Elfjährigen wegen eines Todesfalles in der Familie aus dem Unterricht geholt. Dann habe sie sich mit ihm getroffen und sei mit dem Zug Richtung Düsseldorf gefahren. Während sie am Hauptbahnhof Düsseldorf ausstieg, schickte sie ihren Ältesten weiter zur Großmutter nach Mönchengladbach. Um 14.08 Uhr schrieb der Elfjährige in einen Schul-Chat, dass alle seine Geschwister tot seien.

Etwa 20 Minuten habe die Frau sich am Bahnsteig aufgehalten, bevor sie sich gegen einen Zug geworfen habe. Dabei erlitt  sie innere, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen. Noch sei sie nicht vernehmungsfähig. Über ihr Motiv kann die Polizei daher noch nichts sagen. Seit einem Jahr war die Frau aber vom Vater der vier jüngsten Kinder getrennt. Die beiden älteren Kinder stammen aus früheren Beziehungen. Momentan gehen die Ermittler davon aus, dass die Mutter die Tat in einem Zustand emotionaler Überforderung begangen hat.

Inzwischen ist ein Haftbefehl gegen die Mutter erlassen worden.

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Für Kinder und Jugendliche steht auch die Nummer gegen Kummer von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr zur Verfügung - die Nummer lautet 116 111

tkr

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