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Polizei ermittelt "Das ist eine erschütternde Dimension" – Mutter soll in Solingen fünf ihrer Kinder getötet haben

Sehen Sie im Video: Fünf tote Kinder in Solingen – Mutter unter Tatverdacht.




Solingen, 03.09.20: In Solingen sind fünf tote Kinder gefunden worden. Das bestätigte die Polizei in Wuppertal am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Tatverdächtig ist die 27-jährige Mutter. Sie soll sich nach der Tat im Düsseldorfer Hauptbahnhof auf die Gleise begeben, aber verletzt überlebt haben. Die zuständige Polizei in Wuppertal bestätigte das am Donnerstag zunächst nicht. Zuvor hatte «Bild.de» berichtet. Der Tatort liegt im Solinger Stadtteil Hasseldelle. Die Leichen wurden in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus entdeckt. Nach dpa-Informationen hatte die Großmutter die Polizei kurz vor 14 Uhr informiert. Vor dem Haus waren am Nachmittag zahlreiche Polizei- und Rettungswagen zu sehen. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt.
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In Solingen hat sich eine grausame Tat ereignet: Eine Mutter soll fünf ihrer Kinder getötet haben. Danach soll sich die Frau im Düsseldorfer Hauptbahnhof vor eine S-Bahn geworfen und verletzt überlebt haben.

Es ist ein schrecklicher Verdacht: Im nordrhein-westfälischen Solingen soll eine Mutter fünf ihrer Kinder getötet haben – anschließend soll sie versucht haben, Suizid zu begehen. Ein sechstes Kind der 27-Jährigen sei in Sicherheit bei Familienangehörigen, teilte die Polizei mit.

Die Leichen der Kinder wurden am frühen Donnerstagnachmittag in einer Wohnung im Solinger Stadtteil Hasseldelle entdeckt. Von wem, war zunächst nicht bekannt. Die Polizei sei von der im 60 Kilometer entfernten Mönchengladbach lebenden Großmutter alarmiert worden, hieß es.

Trauer um fünf tote Kinder in Solingen

Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften rückte zu der Mehrfamilienhaussiedlung im Nordosten der 160.000-Einwohner-Stadt im Bergischen Land an. Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf. Der Fundort war weiträumig abgesperrt.

Bei den toten Kindern handelt es sich nach Polizeiangaben um drei Mädchen im Alter von einem, zwei und drei Jahren sowie um zwei sechs und acht Jahre alte Jungen.

Die 27-jährige Mutter der Kinder soll sich nach der Tat mit ihrem elfjährigen Sohn zum rund 30 Kilometer entfernten Düsseldorfer Hauptbahnhof begeben und sich dort vor einen Zug geworfen haben. Sie überlebte schwer verletzt. Der Sohn sei allein weiter zur Großmutter nach Mönchengladbach gefahren, berichtet RTL. Die Deutsche Bahn informierte über einen Notarzteinsatz im Bahnhof und Störungen des Zugverkehrs.

Die Tatverdächtige werde im Krankenhaus behandelt, sagte der Pressesprecher der Polizei. "Wir nehmen eine Straftat an und werden die Mutter dazu befragen müssen, im Moment ist sie aber noch nicht vernehmungsfähig." Die Frau stehe unter Polizeischutz.

Die Hintergründe für die Tat sind noch vollkommen unklar. Offiziell gibt es noch keine Informationen über die die genaue Todesursache der Kinder. RTL berichtet, dass die Kinder mit Tabletten getötet worden seien. Die Polizei hat nach eigenen Angaben inzwischen Kontakt zum Vater der Kinder. Nähere Details dazu nannte Polizeisprecher Stefan Weiand vorerst nicht.

Solingens Polizeipräsident Markus Röhrl sagte am Tatort zur Nachrichtenagentur DPA: "Das ist eine erschütternde Dimension." Seines Wissens sei "bei uns im Bergischen noch nie zuvor je so etwas vorgekommen".

Der Bürgermeister der Stadt, Tim Kurzbach, erklärte: "Ich bin bestürzt und tief betroffen über die Nachricht, dass in unserer Stadt fünf tote Kinder gefunden worden sind. Ich trauere um diese fünf Leben. Und mein Mitgefühl ist bei allen Menschen, die den Kindern und der Familie nahe stehen."

Auch NRW-Innenminster Herbert Reul verlieh seiner Bestürzung am Nachmittag Ausdruck. Das Geschehen in Solingen erfülle ihn mit großer Trauer. "Im Moment bin ich mit meinen Gedanken und mit meinem Gebet bei fünf kleinen Kindern, die so furchtbar früh aus dem Leben gerissen wurden", sagte der CDU-Poltiker in Düsseldorf.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde mehrfach aktualisiert und ergänzt.

mit DPA- und AFP-Material

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