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Somalia: Selbstmordanschlag auf Soldaten der Übergangsregierung

Die radikalislamische Al-Schabaab-Miliz bekannte sich zum dem Anschlag und spracht von mehreren Toten. Von den Behörden wurde die Angaben bisher nicht bestätigt.

Bei einem Selbstmordanschlag auf Soldaten der somalischen Übergangsregierung sind am Samstag in der Nähe von Mogadischu mehrere Menschen verletzt worden. Der Attentäter kam ums Leben. Der Angriff ereignete am frühen Nachmittag in Afgoye, 30 Kilometer westlich der Hauptstadt, sagte ein hoher Sicherheitsbeamter der Nachrichtenagentur dpa. Ein mit Sprengstoff beladenes Auto sei vor einem Kontrollpunkt der somalischen Truppen explodiert. Den Angaben zufolge wurden ein Soldat und zwei Zivilisten verwundet. Zunächst war von mehreren Toten die Rede gewesen.

Die radikalislamische Al-Schabaab-Miliz bekannte sich zu der Tat und erklärte, bei der Explosion seien mehrere Militärs ums Leben gekommen. "Wir haben mehrere Soldaten der sogenannten somalischen Regierung getötet", sagte Abdi-Asis Abu Muscab, ein Sprecher der Miliz, einem örtlichen Radiosender. "Der Angriff wurde von einem unserer Brüder ausgeführt." Die Behörden bestätigten diese Angaben jedoch nicht.

Ein Anwohner erklärte: "Ich habe schwarzen Rauch gesehen, der vom Ort des Anschlags aufstieg. Die Explosion war so gewaltig, dass die Menschen in der ganzen Region Angst bekommen haben."

Hunderte Soldaten der Übergangsregierung und der Afrikanischen Union riegelten das Gebiet ab. Gemeinsam hatten sie erst Ende Mai die strategisch wichtige Stadt Afgoye unter ihre Kontrolle gebracht. Sie galt zuvor als Hochburg der Al-Schabaab. Die Gruppe hatte den an einer wichtigen Verkehrsader gelegenen Ort als strategischen Ausgangspunkt für Operationen in Mogadischu genutzt, nachdem sie im vergangenen Jahr aus der Hauptstadt vertrieben worden war.

Die Miliz kämpft seit fünf Jahren gegen die Regierung in Mogadischu. Seit dem vergangenen Jahr ist sie jedoch immer mehr unter Druck geraten. Neben der AU sind auch kenianische Soldaten im Süden des Landes und äthiopische Truppen im Westen Somalias aktiv, um die Rebellen zu bekämpfen. Dennoch führen die Al-Schabaab-Kämpfer weiterhin Selbstmordanschläge in von der Regierung kontrollierten Gebieten aus.

DPA / DPA