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Spektakulärer Einbruch: Diebe klauen 16.000 Bierflaschen

Zehn Diebe sorgen für Aufsehen in Großbritannien: Sie klauten 16.000 Edelbiere im Wert von 60.000 Euro. Ihr Transporter war am Ende so schwer, dass er kaum noch fahren konnte.

Von Christoph Fröhlich

Die schottische Brauerei Brewdog ist bekannt für kuriose PR-Stunts: Vor einigen Jahren empörte die Brauerei Tierschützer, weil sie eine Sonderauflage des wohl stärksten (55 Prozent) und mit umgerechnet 840 Euro auch teuersten Biers der Welt in ausgestopften Eichhörnchen und Hermelinen verkaufte. Das "The End of History" (auf deutsch "Das Ende der Geschichte") getaufte Bier wurde auf Grundlage von Wacholderbeeren gebraut. Brewdog-Geschäftsführer James Watt zufolge enthält es Geschmacksnoten von Honig, Zimt und Minze.

Es war ein voller Erfolg: Trotz – oder gerade wegen – der zahlreichen Proteste war die limitierte Auflage innerhalb von vier Stunden restlos vergriffen. Seitdem ist die Firma bei britischen Bierliebhabern bekannt. Das wurde ihr nun offenbar zum Verhängnis: Mit einem der wohl kuriosesten Diebstähle des Landes gelangt der schottische Getränkehersteller derzeit ungewollt in die Schlagzeilen.

"Das macht mich krank"

Ort des Verbrechens ist die nordöstlich von London gelegene Kleinstadt Billericay in England. Bilder einer Überwachungskamera zeigen, wie zehn Männer in der Nacht am 30. Dezember zwischen Mitternacht und 2 Uhr aus einer Lagerhalle 16.000 Flaschen Bier in einen Transporter laden. Laut der britischen "BBC" war der Wagen so voll beladen, dass er nach dem Diebstahl gerade noch so um die Kurve fahren konnte. Vor allem auf Edelbiere und Prototypen von Craft-Bieren von Brewdog hatten es die Kriminellen abgesehen, andere wertvolle Sorten ließen sie zurück. Gesamtschaden: Knapp 50.000 Pfund, gut 60.000 Euro. Ein schwerer Schlag für den Onlinehändler "Ales by Mail", der die Flaschen exklusiv verkaufte.

Das macht es den Fahndern dagegen einfach: Jeder, der die Flaschen in hoher Stückzahl verkauft, kann die Flaschen nur aus dem Diebstahl haben. Die britische Polizei hat sich bereits an die Bevölkerung gewendet und bittet um Hinweise, wenn Flaschen mit den Etiketten auftauchen. Paul Kruzycki, Geschäftsführer von "Ales by Mail", sucht derweil auf eigene Faust nach den Dieben: Via Twitter bat er seine knapp 6700 Follower, ihm Hinweise zum Verbrechen zu schicken. In einem späteren Posting bedankt er sich für die vielen Nachrichten und die Unterstützung, die er bekommen hat.

Der "BBC" erzählte Kruzycki: "Ich habe drei oder vier Jahre gebraucht, um mein Geschäft aus dem Nichts aufzubauen. Die Menschen, die das getan haben, sind der Abschaum der Welt, die keine Rücksicht auf die Lebensgrundlage anderer nehmen. Das macht mich krank."