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Rätselhafter Fall: Spritzen-Attacke in Gelsenkirchen – was wurde der 13-Jährigen injiziert?

Ein Unbekannter soll einem Mädchen eine Spritze in den Körper gestochen und eine unbekannte Substanz injiziert haben. Für die Ermittler hat eine mühsame Spurensuche begonnen. Immerhin gibt es derzeit keine Hinweise auf weitere Opfer.

Dem Kind in Gelsenkirchen wurde ein unbekannter Stoff injiziert

Dem Kind in Gelsenkirchen wurde ein unbekannter Stoff injiziert

DPA

UPDATE, 15. November, 16:30 Uhr: Nach neuen Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass sich das Mädchen den Spritzen-Überfall nur ausgedacht hat. Ein Gutachter habe festgestellt, dass sich die 13-Jährige die Verletzungen selbst zugefügt habe, wie die Beamten am Freitag mitteilten. 


Am Tag nach einer rätselhaften Attacke auf eine Schülerin in Gelsenkirchen steht die Polizei vor vielen offenen Fragen. Am Donnerstag hatte ein bislang unbekannter Mann eine 13-Jährige überfallen und ihr mit einer Spritze eine unbekannte Substanz injiziert. Am Freitag informierte die Polizei während einer Pressekonferenz über den Fall. Das Mädchen befinde sich weiter im Krankenhaus und werde dort auch noch "über einen längeren Zeitraum" bleiben, sagte Polizeisprecher Christopher Grauwinkel vor Journalisten. Es gehe ihr den Umständen entsprechend gut. An den Schilderungen des Mädchens habe die Polizei bisher keine Zweifel.

Weiter unklar bleibt, welche Substanz dem Mädchen gespritzt worden war. Die Suche nach dem Stoff gestalte sich deshalb schwierig, weil man keine Anhaltspunkte habe. Blut auf eine vermutete Substanz zu untersuchen, sei einfach, so der Polizeisprecher. Auf einen unbekannten Stoff zu untersuchen, gestalte sich jedoch sehr kompliziert. Das Krankenhauspersonal und Gerichtsmediziner seien damit beschäftigt.

Polizei: Mädchen zeigte "Ausfallerscheinungen"

Die Attacke ereignete sich am Donnerstagvormittag. Das Mädchen wurde ihren Angaben zufolge von dem Mann angesprochen und mit einem Taschenmesser bedroht. Er habe sie auf einen nahen Parkplatz geführt und dort mit der Spritze gestochen. Laut Polizei habe die 13-Jährige nach der Injektion "entsprechende Ausfallerscheinungen" gehabt, konnte dann allerdings selbstständig Hilfe bei einem Anwohner suchen, der sie ins Krankenhaus brachte. Welche Symptome das Mädchen genau gezeigt habe, wollte der Polizeisprecher mit Blick auf den Persönlichkeitsschutz nicht sagen.

Ebenfalls weiter unklar bleibt, warum der Mann dem Mädchen nach der Tat "Nummer sechs" zugerufen habe. Aufgrund des Zurufs schließt die Polizei zumindest nicht aus, dass es noch weitere Opfer geben könnte. Einen entsprechenden Zeugenaufruf hatte die Behörde bereits am Donnerstag veröffentlicht. Noch habe sich niemand aus der Region gemeldet und angegeben, dass ihm oder ihr Ähnliches passiert sei.

Täter in Gelsenkirchen: schwarz gekleidet und mit weißen Handschuhen

Die Polizei veröffentlichte auf Basis einer ersten Befragung des Mädchens eine Beschreibung des Angreifers. Dieser sei zwischen 1,80 Meter und 1,90 Meter groß, zwischen 30 und 40 Jahren alt und habe akzentfrei deutsch gesprochen. Er habe eine schwarze Marc-O'Polo-Winterjacke mit Fellkragen getragen, dazu ein schwarzes T-Shirt, eine schwarze Jeans und schwarze Fila-Turnschuhe. Auffällig seien seine Bauchtasche und die weißen Handschuhe gewesen.

Hinweise nimmt die Polizei Gelsenkirchen unter den Rufnummern 0209 365-7510 (Kriminalkommissariat 15) oder 0209 365-8240 (Kriminalwache) entgegen.

Quellen: Polizei / Pressekonferenz

fin