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Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein: 77-Jähriger erschießt Räuber in Notwehr

Die Staatsanwaltschaft Stade hat ihre Ermittlungen gegen einen Rentner eingestellt. Der 77-Jährige wurde im Dezember von fünf Jugendlichen überfallen und setzte sich zur Wehr. Dabei starb einer der Räuber. Obwohl die Räuber schon aus seinem Haus geflohen waren, erkannte die Staatsanwaltschaft auf Notwehr.

Die Staatsanwaltschaft Stade stellte die Ermittlungen gegen einen 77-Jährigen wegen des Verdachts auf Totschlag ein. Der Mann hatte im Dezember auf fünf flüchtende Räuber geschossen, die ihn auf seinem Grundstück im niedersächsischen Sittensen überfallen hatten. Einen 16-Jährigen traf er tödlich im Rücken. Der Rentner habe in Notwehr gehandelt, sagte am Donnerstag ein Sprecher der Anklagebehörde. Deshalb sei er berechtigt gewesen zu schießen, obwohl die Räuber schon auf der Flucht waren. "Er hat sein Eigentum verteidigt."

Die Bande hatte den alten Mann am Abend des 13. Dezembers 2010 auf seinem Grundstück überfallen. Er galt als wohlhabend, lebte allein in dem Anwesen und ging an Krücken - ein scheinbar leichtes Opfer. Die jungen Männer drängten den 77-Jährigen ins Haus, nahmen ihm seine Geldbörse ab und öffneten einen Tresor im ersten Stock.

Doch da ging plötzlich ein Alarm los. Die Räuber flüchteten, und der Rentner zückte eine Pistole. Als Jäger besitzt er mehrere Waffen und weiß, wie er damit umzugehen hat. Er drückte mehrmals ab. Ein Jugendlicher brach auf der Terrasse zusammen. Er hatte die Geldbörse des Rentners bei sich, in der sich 2000 Euro befanden.

Mittäter erhielten Haftstraßen - Anstifterin auch verurteilt

Die vier Komplizen des getöteten 16-Jährigen hatte das Landgericht Stade vor zwei Wochen wegen räuberischer Erpressung und Körperverletzung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Eine 21 Jahre alte Anstifterin erhielt eine Bewährungsstrafe.

Die junge Frau hatte ein Verhältnis mit dem 77-Jährigen gehabt. Bei ihren Besuchen in seinem Haus machte sie Fotos und durchstöberte Kontoauszüge. Sie war es auch, die die Idee zu dem Überfall hatte und die Räuber später zu dem Grundstück führte.

ono/DPA/DPA