stern-Umfrage Ecclestone-Deal stößt auf breite Ablehnung


Der Prozess gegen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone ist gegen die Zahlung von 100 Millionen Dollar eingestellt worden. Das halten drei Viertel der Deutschen in einer stern-Umfrage für ungerecht.

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone ist unschuldig. Gegen die Zahlung der Rekordsumme von 100 Millionen Dollar ist der Schmiergeldprozess gegen den 83-Jährigen eingestellt worden. Eine breite Mehrheit der Deutschen lehnt es jedoch ab, dass sich Ecclestone mit der Millionen-Summe aus dem Prozess gegen ihn vor dem Münchner Landgericht freikaufen durfte. Nach einer repräsentativen Forsa-Umfrage für den stern finden 75 Prozent diesen Deal nicht in Ordnung, nur 11 Prozent halten ihn für gerechtfertigt.

Der Brite war vor Gericht gestellt worden, weil er dem früheren Finanzvorstand der Bayerischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky, 44 Millionen Dollar gezahlt hatte. Im Gegenzug sollte Gribkowsky helfen, dass die Bank ihre Anteile an der Formel 1 einem Ecclestone wohlgesonnenen Investor verkauft. Wegen dieser Bestechung wurde Gribkowsky selbst zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

99 Millionen Dollar erhält der Staat Bayern

Ecclestone gilt nach der Einstellung des Verfahrens offiziell als unschuldig und ist nicht vorbestraft. Zur Begründung der Einstellung erläuterte der Vorsitzende Richter Peter Noll, dass sich der Verdacht gegen den Formel-1-Boss während des Verfahrens "in wesentlichen Teilen" nicht erhärtet habe. Die Kammer sei der Auffassung, dass sich daran auch in der weiteren Beweisaufnahme nichts ändern würde. Selbst wenn strafrechtliche Vorwürfe gegen Ecclestone aufrecht erhalten bleiben könnten, wögen diese nicht so schwer, dass sie einer Verfahrenseinstellung entgegen stünden, erläuterte Noll.

Von den von Ecclestone nun zu zahlenden Geldern sollen 99 Millionen Dollar an den bayerischen Staat fließen, eine Million Dollar bekommt die Deutsche Kinderhospitzstiftung mit Sitz im nordrhein-westfälischen Olpe. Laut des Gerichts handle es sich um die höchste Zahlung, die ein Angeklagter bislang in Deutschland leisten musste. Ecclestone muss das Geld binnen einer Woche überweisen, danach wird das Verfahren endgültig eingestellt.

Werner Mathes/nik/dpa DPA

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