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Streit um Schulden: Islamkritiker Abdel-Samad wurde von Bekannten entführt

Das Verschwinden des Autors Hamed Abdel-Samad hatte keinen islamistischen Hintergrund. Offenbar wurde der Deutsch-Ägypter von Geschäftspartnern entführt. Dabei soll er leicht verletzt worden sein.

Der deutsch-ägyptische Autor Hamed Abdel-Samad ist mit nur leichten Verletzungen von seinen Entführern freigelassen worden

Der deutsch-ägyptische Autor Hamed Abdel-Samad ist mit nur leichten Verletzungen von seinen Entführern freigelassen worden

Der deutsch-ägyptische Publizist Hamed Abdel-Samad ist in Kairo nicht von radikalen Islamisten entführt worden. "Er wurde im Al-Azhar-Park von Menschen, die er kannte, verschleppt", teilte ein Beamter der Sicherheitsdirektion der ägyptischen Hauptstadt mit.

Die Entführer, mit denen er Geschäftsbeziehungen gehabt habe, hätten Abdel-Samad wieder freigelassen, nachdem dieser - womöglich unter Zwang - Schuldverschreibungen unterzeichnet habe. In dem Streit sei es um einen Betrag von 250.000 ägyptischen Pfund (26.692 Euro) gegangen, die er für eine gemeinsame Investition schuldig sei. Die staatlichen ägyptischen Medien berichten, der Besitzer einer Plastikfabrik in einem Kairoer Vorort sei in den Vorfall verwickelt. Die Auseinandersetzung beschäftigt nun ein Gericht im Vorort Chanka.

Ein Beamter des Innenministeriums hatte zu dem mysteriösen Verschwinden des Autors zuvor gesagt: "Es war keine Entführung. Er war einfach nur verschwunden." Später präzisierten die Behörden, dass der Autor sehr wohl verschleppt worden war, die Tat aber keinen politischen Hintergrund hat. Am Montag hatte sein Bruder im ägyptischen Fernsehen gesagt, er hege den Verdacht, dass sein Bruder von Islamisten entführt worden sei. Am Dienstagabend tauchte Abdel-Samad wieder auf, meldete sich bei der deutschen Botschaft und kehrte in sein Hotel zurück.

Samad angeblich leicht verletzt

Der Autor, der seit 23 Jahren in Deutschland lebt und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, hatte im vergangenen Sommer wegen Äußerungen über den "religiösen Faschismus" im zeitgenössischen Islam Morddrohungen erhalten. Am vergangenen Sonntag verschwand er plötzlich in Kairo, nachdem er am Telefon berichtet hatte, er fühle sich verfolgt.

Bei der Entführung soll Abdel-Samad laut Informationen von "Spiegel Online" leicht verletzt worden sein. "Er ist an einem Auge verletzt worden und leicht am Kopf", zitiert die Internetseite Kacem Al Ghazzali, einen Freund des Autors. Der Grund für seinen Aufenthalt in Kairo sollen ein Familienbesuch, sowie eine persönliche Angelegenheit gewesen sein. Aufgrund des Vorfalls werde Samad bereits Donnerstag oder Freitag in Deutschland zurückerwartet. "Am Donnerstag, spätestens am Freitag wird er nach Deutschland fliegen (…) Ich glaube, Hamed will sich erst äußern, wenn er wieder in Deutschland ist. Da ist er sicherer und kann eher sprechen", so sein Vertrauter Ghazzali.

amt/DPA / DPA
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