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Studie der Universität Bielefeld Tausende behinderte Frauen in Heimen missbraucht


Niemand spricht darüber, doch das Problem ist massiv: In deutschen Behindertenheimen werden oder wurden tausende Frauen sexuell missbraucht. Eine Studie der Universität Bielefeld geht davon aus, dass sechs Prozent der betreuten Frauen Opfer sexueller Gewalt werden.

Nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern werden oder wurden tausende Frauen in Behindertenheimen und -einrichtungen in Deutschland sexuell missbraucht. Dies geht aus einer Untersuchung der Universität Bielefeld im Auftrag des Bundesfamilienministeriums zur Lage von behinderten Frauen hervor, wie das ARD-Magazin "Report Mainz" am Dienstag berichtete. Die Studie soll den Angaben zufolge im April veröffentlicht werden.

Laut der repräsentativen Untersuchung, die dem Magazin nach eigenen Angaben vorlag, haben etwa sechs Prozent der geistig behinderten Frauen in deutschen Heimen sexuelle Gewalt erfahren. Eine der Autorinnen der Untersuchung bezifferte die Zahl der Betroffenen laut ARD auf "auf jeden Fall mehrere tausend Frauen". Bei den Tätern handle es sich demnach meistens um andere Bewohner, aber auch um Angehörige des Betreuungspersonals.

Der Vorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Georg Ehrmann, sprach in dem "Report Mainz"-Beitrag von einem "großen Tabu" und warf Vertretern von Politik, Verbänden und Kommunen als Träger der Heime vor, das Problem nicht ernstzunehmen. Der Behinderten-Beauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe (CDU), kritisierte in der Sendung, dass es für Vorfälle in Heimen keine Meldepflicht gebe und die Heimaufsicht mangelhaft kontrolliere.

mlr/AFP AFP

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