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Subway Guy: US-Werbeikone räumt Sex mit 14 Kindern ein

Skandal um die US-Sandwichkette Subway: Deren Werbestar Jared Fogle hatte offenbar jahrelang Sex mit Minderjährigen. Der verheiratete 37-Jährige soll dafür vor allem seine Geschäftsreisen genutzt haben.

Die Subway-Werbeikone Jared Fogle

Jared Fogle verlässt nach seiner Anhörung das Gericht. Der Werbestar der Sandwichkette Subway muss Medienberichten zufolge bis zum nächsten Gerichtstermin eine elektronische Fußfessel tragen.

Schwere Anschuldigungen, verstörendes Geständnis: Jared Fogle, in den USA als Werbefigur "Subway Guy" der gleichnamigen Sandwich-Kette bekannt, hat Medienberichten zufolge vor einem Gericht in Indianapolis den Besitz von Kinderpornographie und wiederholten Sex mit Minderjährigen eingeräumt. Dem 37-Jährigen drohen bis zu 30 Jahre Haft. 

Wie unter anderem die "Washington Post" schreibt, wird Fogle vorgeworfen, zwischen 2007 und Juni dieses Jahres mit insgesamt 14 Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren Sex gehabt und dafür auch gezahlt zu haben. Daneben soll er Bilder und Videos von nackten Kindern besessen haben, die der Geschäftsführer seiner Stiftung gegen Fettleibigkeit, Russell Taylor, in seinem eigenen Haus aufgenommen haben soll. Darunter seien laut Anklage auch Aufnahmen von etwa sechsjährigen Kindern. 

Fogle selbst habe gestanden, Minderjährige über einen Zeitraum von fünf Jahren missbraucht zu haben, sagte Staatsanwalt Josh Minkler den Berichten zufolge nach einer ersten Anhörung. Er habe "Vermögen und Status dazu genutzt, Kinder illegal auszubeuten". Oberstaatsanwalt Steven Bebrota erklärte demnach, dass man Fogle in allen Fällen für schuldig halte. 

"Je jünger, desto besser"

Den Gerichtsunterlagen zufolge habe Fogle unter anderem erwachsenen Prostituierten eine Art Vermittlungsgebühr gezahlt, um so minderjährige Mädchen zu finden und mit diesen Sex zu haben, heißt es weiter. Er soll dies vor allem auf Geschäftsreisen für seinen langjährigen Arbeitgeber "Subway" getan haben. So unter anderem anlässlich eines Termins beim New York Marathon 2012. Damals soll Fogle sein 17-jähriges Opfer im bekannten Plaza Hotel missbraucht und ihr anschließend Geld geboten haben, sollte sie weitere zum Sex bereite minderjährige Mädchen ausfindig machen. Laut Gericht habe er damals gesagt: "Je jünger das Mädchen, desto besser".


Aufgeflogen war Fogle laut "Washington Post", nachdem die Polizei vor gut zwei Monaten dessen Haus durchsucht und dort belastendes Material gefunden hatte. Fogles Anwalt habe vor Gericht gesagt, seinem Mandant sei bewusst, dass er den Schaden, den er angerichtet habe, nicht rückgängig machen kann. Die Werbeikone sei nach der Anhörung erkennungsdienstlich behandelt worden, habe das Gericht anschließend aber mit einer elektronischen Fußfessel verlassen dürfen.

Bekannt wurde indessen, dass es zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung einen Deal geben soll, wonach erstere nicht mehr als zwölfeinhalb Jahre Haft beantragen wird. Fogles Anwalt soll im Gegenzug auf nicht weniger als fünf Jahre Gefängnis plädieren. Ob es letztlich tatsächlich so kommt, ist allerdings fraglich, da US-Bundesrichter im Fall von Sex mit Minderjährigen einen Urteilsspielraum von bis zu 30 Jahren ausschöpfen können.

Gleichzeitig soll festgelegt worden sein, dass Fogle jedem seiner 14 Opfer jeweils 100.000 US-Dollar Entschädigung zahlen und sich selbst in Behandlung begeben muss.

Fogles Frau reicht Scheidung ein

Für Fogle haben die Taten nicht nur beruflich, sondern auch privat erste Konsequenzen. Wie es im Bericht der "Washington Post" heißt, erklärte seine Frau in einer Stellungnahme, dass sie "extrem schockiert und enttäuscht" sei. Sie habe die Scheidung eingereicht.

Auch Fogles einstiger Arbeitgeber "Subway" reagierte auf die Vorwürfe. Man habe die Zusammenarbeit mit dem 37-Jährigen beendet, teilte die Sandwich-Kette bereits am Dienstag via Twitter mit.

Wenig später folgte ein zweiter Tweet, in dem das Unternehmen Fogles Verhalten als "unentschuldbar" deklariert. Seine Taten würden entgegen der Werte der Firma stehen.


Als Werbeikone Millionen verdient

Fogle war einst zur landesweit bekannten Werbefigur geworden, weil er angeblich durch eine "Subway-Diät" mehr als 120 Kilo abgenommen hatte. In unzähligen Werbespots trug er als vermeintlich authentisches Testimonial anschließend dazu bei, dass die Kette stark wuchs - genau wie das Konto Fogles. Das Privatvermögen des Amerikaners wird auf mehrere Millionen US-Dollar geschätzt.

Seine Glaubwürdigkeit hat er nun auf einen Schlag verloren - und auch an Subway dürfte der Skandal nicht ohne Folgen vorbeigehen.


mdi