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Suche läuft auf Hochtouren: Flüchtiger Schwerverbrecher Michalski wird in Bielefeld vermutet

Die Suche nach dem flüchtigen Schwerverbrecher Peter Paul Michalski läuft weiter auf Hochtouren und jetzt mit Schwerpunkt Ostwestfalen. Nach einem vergeblichen nächtlichen SEK-Einsatz in Mülheim an der Ruhr startete die Polizei am Montagvormittag einen Großeinsatz in Bielefeld.

Die Suche nach dem flüchtigen Schwerverbrecher Peter Paul Michalski läuft weiter auf Hochtouren und jetzt mit Schwerpunkt Ostwestfalen. Nach einem vergeblichen nächtlichen SEK-Einsatz in Mülheim an der Ruhr startete die Polizei am Montagvormittag einen Großeinsatz in Bielefeld. "Wir haben ernstzunehmende Hinweise erhalten und sind jetzt mit verstärkten Polizeikräften vor Ort", sagte ein Sprecher der AP auf Anfrage. Nähere Angaben wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen.

In der Nacht hatte ein Sondereinsatzkommando ein Hochhaus der Iduna-Versicherung in Mülheim an der Ruhr durchsucht. Dort habe sich im Laufe des Wochenendes mindestens einer der beiden Flüchtigen aufgehalten, erklärte eine Polizeisprecherin. "Wir haben dort eine Tasche mit verschmutzter Wechselbekleidung gefunden", sagte sie. Im Gegensatz zu anderslautenden Berichten gehe man aber nicht davon aus, dass Michalski den Ermittlern in dem Hochhaus nur knapp entkommen sei.

"Es war wohl nicht so, dass er sich kurz vor dem Eintreffen des SEK noch in dem Gebäude aufgehalten hat." Ob Zeugen den verurteilten Mörder Michalski noch am Morgen in Mülheim gesichtet haben, wollte die Polizei nicht sagen.

Michalskis Komplize Michael Heckhoff war am Sonntagvormittag in Mülheim an der Ruhr nach Hinweisen aus der Bevölkerung von einem Sondereinsatzkommando überwältigt worden. Am Sonntagabend hatte die Polizei dann auch an Michalski appelliert, seine Flucht zu beenden, "bevor Menschen zu Schaden kommen." Die letzten Tage hätten gezeigt, dass dem Gesuchten offensichtlich nicht daran gelegen sei, Menschen zu verletzen. Die Polizei warnte die Bevölkerung aber noch einmal, bei aller nötigen Aufmerksamkeit bei der Fahndung sich nicht selbst in Gefahr zu bringen.

Die beiden Sträflinge hatten nach ihrer spektakulären Flucht aus dem hoch gesicherten Gefängnis in Aachen insgesamt fünf Menschen gezwungen, ihnen bei der Flucht über Köln ins Ruhrgebiet zu helfen.

Die Männer waren am Donnerstagabend offenbar mit Hilfe eines Justizbeamten aus der JVA Aachen ausgebrochen. Der 40-Jährige, der seit Samstag in Untersuchungshaft sitzt, sei möglicherweise erpresst oder bestochen worden sein, sagte die Aachener JVA-Leiterin dem ZDF. Das Justizministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Mit zwei Pistolen und je acht Schuss Munition flohen die Gefangenen per Taxi zunächst nach Kerpen und dann mit einem weiteren Taxi nach Köln, wo sie am Freitagnachmittag eine junge Frau zwangen, sie mit ihrem Auto nach Essen zu bringen. Am Samstag drangen sie dann in das Haus eines 53 und 56 Jahre alten Ehepaares ein und ließen sie sich ihnen nach Mülheim fahren. Dort ließen sie ihre Geiseln frei und parkten den Wagen in einer Seitenstraße, wo er am Sonntagmorgen Passanten auffiel.

AP / AP