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Vermisste Rebecca: Hunde können Wasserleichen wittern - und kommen bei der Suche nach Rebecca zum Einsatz

Ein Körper eines toten Menschen 10 oder 20 Meter tief im Wasser eines großen Sees, möglicherweise schon im Schlamm versunken. Und trotzdem kann er gefunden werden - durch die hochsensiblen Nasen von Hunden.

Im Bug eines Polizei-Bootes steht Hund und schnüffelt über der Wasseroberfläche

Ein Leichenspürhund ist auf Geruchsstoffe spezialisiert, die bei der Verwesung entstehen - auch im Wasser

DPA

Aufmerksam steht der Hund am Bug des kleinen Bootes. Langsam geht es vorwärts auf dem Wolziger See in Brandenburg, südöstlich von Berlin. Gesteuert wird das Boot von zwei Polizisten, die den Hund anleiten. Seine Aufgabe: eine Leiche tief unter der Wasseroberfläche aufzuspüren. Eigens aus Nordrhein-Westfalen rückten vier Polizisten und zwei Hunde an, um die Berliner Mordkommission am Montag und Dienstag bei der Suche nach der seit einem Monat vermissten Schülerin Rebecca zu unterstützen. 

Gesucht wurde sowohl am Ufer wie auch auf dem See. Bis zu 13 Metern ist das Wasser tief. Leichenspürhunde, die auch noch für die Wassersuche ausgebildet sind, können sogar bei noch tieferen Gewässern erfolgreich sein. Während die sogenannten Mantrailer lebende Menschen suchen und sich mit ihrer hochempfindlichen Nase an deren individuellem Geruch orientieren, riechen Leichenspürhunde Geruchsstoffe, die bei der Verwesung entstehen.

Das Training der Diensthunde ist zeitaufwändig

"Leichenspürhunde sind darauf konditioniert, Geruch von Blut und Verwesungsprozessen in unterschiedlichen Stadien anzuzeigen", sagt Polizeidirektor Uwe Thieme, in NRW verantwortlich für die Aus- und Fortbildung im Bereich des Diensthundwesens der Polizei. Das erfordert viel Ausbildung und Training. "Es dauert sehr lange, bis die Hunde das können."

Liegt ein gesuchter toter Körper im Wasser, ist die Suche eine andere als im Wald. Hilfreich sind Gase, die bei der Zersetzung menschlicher und tierischer Körper durch Bakterien entstehen. "Die Gase steigen in sehr, sehr feiner Konsistenz auf", erklärt Thieme. "Und die Hunde sind in der Lage, Verwesungsstoffe in diesen Gasen zu riechen."

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Für die Suche auf dem Wasser trainieren die Hundeführer ihre Tiere. "Im Einsatz liegen die Hunde auf einem extra Boot mit einer Ablagefläche vorne. Dann schnuppern sie in Richtung Wasser", beschreibt Thieme. Riecht der Hund einen Geruchsstoff, auf den er trainiert ist, signalisiert er das, etwa durch Knurren oder Bellen. Auf dem See grenzt die Polizei so einen bestimmten Bereich ein, in dem ein Körper weiter unten im Wasser liegen könnte. Dabei berücksichtigt sie auch Strömungen. Taucher werden dann dort zum Grund des Sees oder Flusses geschickt. 

Wassertemperatur und Zeit spielen eine Rolle

Der Erfolg der Suche hängt weniger von der Tiefe des Wassers ab. "Entscheidend ist, was steigt da auf", sagt Thieme. "Die Wassertemperatur spielt eine Rolle und die Zeitspanne, in der ein toter Körper bereits dort liegt." Hat ein Verwesungsprozess noch nicht begonnen oder ist er nach Jahren beendet, könne der Hund nichts erkennen. 

Über sechs Leichenspürhunde verfügt die Polizei in NRW, alle gehören zur Rasse der belgischen Schäferhunde, der Fachbegriff lautet Malinois. "Sie sind sehr robust und machen das sehr, sehr gut", sagt Thieme. Stationiert sind die Hunde in der Kleinstadt Schloß Holte-Stukenbrock südlich von Bielefeld in Ostwestfalen. Aber fast jeden zweiten Tag sind sie irgendwo in Nordrhein-Westfalen unterwegs. Gesucht werden nicht nur Leichen, die Hunde setzen sich auch auf die Spur von verletzten Menschen, möglichen Tatwaffen, an denen noch Blut kleben könnte, oder verdeckten Blutspuren. 

Leichenspürhunde sehr zuverlässig

Auch Experten außerhalb der Polizei halten eine solche Suche nach Leichen für erfolgversprechend. "Das funktioniert sehr, sehr zuverlässig", sagt die Mantrailer-Ausbilderin Karina Kalks aus Österreich. "Der Wasserortungshund kann sehr exakt sagen, dass jemand unter Wasser liegt."

In Brandenburg steht ein Erfolg aber noch aus. Die Polizei beendete ihre Suche an und auf dem See nach der vermissten 15-Jährigen sowie an der nahe gelegenen Autobahn bereits am Dienstagnachmittag. Leider sei nichts gefunden worden, sagte eine Sprecherin. Nun müsse die Mordkommission wieder beraten, wie es weitergehe.

tkr/Andreas Rabenstein / DPA