Südafrikanischer Rechtsextremist Terre'Blanche auf seiner Farm ermordet


Nach dem Mord an dem weißen Rechtsextremisten Eugene Terre'Blanche herrscht im WM-Gastgeberland Südafrika die Sorge vor wachsenden Spannungen zwischen Weißen und Schwarzen. Präsident Jacob Zuma mahnte die Bevölkerung am Sonntag zur Ruhe und warnte vor Provokationen, "die Rassenhass nähren" könnten.

Der Anführer einer rassistischen Bewegung in Südafrika ist von zwei Farmarbeitern getötet worden. Eugene Terreblanche, der sich für die Schaffung von drei ausschließlich von Weißen bewohnten Gebieten in Südafrika einsetzte, wurde am Samstag tot in seinem Bett gefunden. Polizeisprecherin Adele Myburgh sagte der südafrikanischen Nachrichtenagentur South African Press Association, zu dem Mord hätten sich zwei Farmarbeiter bekannt. Sie hätten ausgesagt, mit Terreblanche über unbezahlte Gehälter in Streit geraten zu sein.

Der 69-jährige Terreblanche leitete die rassistische Afrikaner Weerstandsbeweging, die Anfang der 70er Jahre gegründet wurde. Er hat mehrfach angekündigt, für die Schaffung eines den weißen Südafrikanern vorbehaltenen Staates vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu ziehen. Schwarze sollten nach seinen Vorstellungen in den Wohngebieten der Weißen nur noch als Gastarbeiter zugelassen werden.

Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma verurteilte die Ermordung Terreblanches. Die Südafrikaner dürften nicht zulassen, dass "Provokateure diese Situation ausnutzen, um Rassenhass anzustacheln", mahnte der Präsident in einer Erklärung. Zuma gehört dem Afrikanischen Nationalkongress (ANC) an, der ehemaligen Freiheitsbewegung der Schwarzen in Südafrika.

Die Partei Freiheitsfront Plus, die im Kabinett von Zuma die weißen Farmer repräsentiert, verurteilte die Tat aufs Schärfste. Ihr Sprecher Pieter Groenewald rief die Bevölkerung laut Sapa auf, nicht unüberlegt zu handeln, auch wenn der Mord für eine "explosive Situation" sorge. Zugleich appellierte er an die Jugendorganisation der Regierungspartei, von einem umstrittenen Lied Abstand zu nehmen, in dessen Refrain zur Gewalt gegen Weiße aufgerufen wird. Zwei Gerichte hatten den Song mit dem Englisch-Afrikaans-sprachigen Titel "Kill the Boers" (Tötet die Farmer) bereits verboten.

Auch die Organisation Afriforum, die gerichtlich gegen das Lied vorgegangen war, mahnte die Bevölkerung zur Ruhe. Derzeit herrschten "Umstände, die sehr angespannt sind und zerstörerisch sein könnten", erklärte sie. Der Mord an Terre'Blanche habe sich in einer Region ereignet, in der Rassenhass immer wieder durch "unverantwortliche rassistische Äußerungen" geschürt werde, erklärte die größte Oppositionspartei, die Demokratische Allianz.

Gewalt ist auf den Farmen in Südafrika weit verbreitet. Die meisten von ihnen werden auch 16 Jahre nach dem Ende der Apartheid von Weißen geleitet. Zwischen 1997 und 2007 wurden mehr als 1200 Farmer und Angestellte getötet.

Terre'Blanche hatte seine Farm zuletzt nur noch selten verlassen. Die von ihm geführte AWB war Anfang der 90er Jahre militant gegen die Aussöhnung von Schwarzen und Weißen in Südafrika vorgegangen. Dabei nutzte sie unter anderem Nazi-ähnliche Symbole. Wenige Jahre später rückte sie nach und nach an den gesellschaftlichen Rand. Terre'Blanche, der einst Polizist war, geriet mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt und saß von 2001 bis 2004 im Gefängnis, weil er versucht hatte, einen schwarzen Wachmann zu töten.

APN, AFP

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