Südkorea Amokläufer ersticht flüchtende Mitbewohner

Sechs Tote bei Amoklauf in Südkorea: Ein arbeitsloser 31-Jähriger hat seine Unterkunft in der Hauptstadt Seoul in Brand gesteckt und anschließend wahllos mehrere flüchtende Menschen mit einem Messer getötet. Zum Motiv sagte er: Jeder sehe auf ihn herab.

Bei einem Amoklauf in einer Pension in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul sind am Montag sechs Menschen getötet worden. Sieben Personen erlitten nach Angaben der Polizei Verletzungen. Von ihnen befinden sich vier in einem kritischen Zustand.

Ein in finanziellen Schwierigkeiten steckender 31-Jähriger habe zunächst sein Zimmer in dem Wohnkomplex angezündet und anschließend mit einem Messer wahllos andere Hausbewohner niedergestochen, teilte die Polizei mit. Der Mann habe die Flüchtenden in einem Korridor in einem der oberen Stockwerke und später im Erdgeschoss attackiert. Fünf Menschen erlagen den Stichwunden, ein weiterer Hausbewohner kam ums Leben, als er aus Angst vor dem Feuer aus dem Gebäude sprang.

Der Brand wurde nach einer halben Stunde unter Kontrolle gebracht. Zum Zeitpunkt der Tat befanden sich Medienberichten zufolge 69 Menschen in dem Gebäude. Der Wohnkomplex, in dem der Amokläufer seit einigen Jahren lebte, bietet auf zwei Stockwerken monatsweise 85 kleine Zimmer für Menschen mit geringem Einkommen an.

Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter fest und stellte dabei zwei weitere Messer und eine Tränengaspistole sicher. Der Mann gab an, nicht mehr leben zu wollen, weil jeder auf ihn herabsehe. Nach Polizeiangaben war der 31-Jährige seit April arbeitslos. Zuvor hatte er zeitweise in Restaurants gearbeitet. Offenbar war er massiv verschuldet. Südkoreanische Medien berichteten, er sei wegen verschiedener Vergehen bereits in acht Fällen verurteilt worden.


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