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24 Überfälle in Deutschland: Mutmaßlicher Supermarkträuber wirft Polizei Beweisfälschung vor

Er soll einen Menschen erschossen und 24 Überfälle begangen haben: Nun hat sich der mutmaßliche Supermarkträuber in seinem Prozess geäußert - und wirft der Polizei vor, im großen Stil Beweise zu manipulieren.

Der mutmaßliche Supermarkträuber vor Gericht

Der mutmaßliche Supermarkträuber vor Gericht: Sein Handy soll an mehreren Tatorten von der Polizei geortet worden sein

Im Prozess gegen den sogenannten Supermarkträuber hat der angeklagte 42-Jährige am Mittwoch sein Schweigen gebrochen und die Taten bestritten. "Ich denke, dass es hier zu vielen gefälschten Beweisen gekommen ist durch die deutsche Polizei", sagte er vor dem Landgericht Hannover. Während etlicher der 24 Überfälle, die ihm angelastet werden, habe er sich zu Hause in Polen und nicht in Deutschland befunden. Sein Handy sei an Tatorten von der Polizei geortet worden, obwohl es bereits vom polnischen Netzbetreiber blockiert gewesen sei. Während einer der Taten habe er sich an einer polnischen Tankstelle befunden und müsse dort von Kameras gefilmt worden sein.

"Das ist alles gefälscht"

Der Angeklagte zog auch die von ihm an Tatorten gesicherten Fingerabdrücke und DNS-Spuren in Zweifel. Er habe lediglich eine Schreckschusswaffe im Auto gehabt und nicht die scharfe Waffe, von der in der Anklageschrift die Rede sei. "Das ist alles gefälscht." Der Angeklagte verlangte eine Aufklärung der Sachverhalte durch die polnische Polizei.

Nach der Einlassung des 42-Jährigen entschied das Gericht nach kurzer Beratung, das Verfahren wie geplant fortzusetzen. Demnach wurde zunächst ein psychiatrischer Sachverständiger gehört, anschließend waren die Plädoyers und das Urteil vorgesehen.

Dem Angeklagten werden 24 Überfälle in etlichen Bundesländern angelastet, wobei er in Hannover einen Kunden erschossen und einen anderen schwer verletzt haben soll.

amt / DPA