HOME

Entscheidung des obersten US-Gerichts: Umstrittenes Medikament weiter für Hinrichtungen zugelassen

Bei mehreren Hinrichtungen in den USA im vergangenen Jahr kam es zu Komplikationen. Die mögliche Ursache: das Medikament Midazolam. Trotz Klage mehrerer Todeskandidaten darf das Mittel weiter für Exekutionen verwendet werden.

Eine Exekutionskammer in Texas: Das umstrittene Medikament Midazolam darf weiterhin verabreicht werden.

Eine Exekutionskammer in Texas: Das umstrittene Medikament Midazolam darf weiterhin verabreicht werden.

Trotz des qualvollen Todes bei Hinrichtungen erlaubt das höchste US-Gericht weiterhin die Beimischung eines umstrittenen Medikaments im Giftcocktail. Der Gebrauch des Mittels Midazolam, das die Verurteilten vor der tödlichen Giftzufuhr zunächst betäuben soll, verstoße nicht gegen die Verfassung, die Grausamkeiten und das Zufügen starker Schmerzen untersagt.

Das Mittel war im vergangenen Jahr bei zwei Hinrichtungen in und verwendet worden, bei denen die Todeskandidaten Anzeichen qualvollen Erstickens zeigten. Daraufhin hatten drei Insassen in der eine Klage eingereicht, die der Supreme Court am Montag abwies. Fünf der neun Richter lehnten die Klage ab.

Die Exekutionen mit dem umstrittenen Mittel hatten die Frage nach der Möglichkeit weitgehend schmerzfreier Hinrichtungen aufgeworfen. Die Anwälte der Kläger machten bei den Verhandlungen geltend, die Droge betäube die Verurteilten nicht wirksam und lasse diese vor dem Tod furchtbare Schmerzen erleiden.

Todesstrafe in 32 US-Staaten erlaubt

Die Anwälte der Verteidigung widersprachen: Die Verurteilten seien nicht mehr bei Bewusstsein, wenn die eigentlich tödlichen Mittel mit weiteren Injektionen zugeführt werden. Midazolam soll die Verurteilten zunächst betäuben, bevor zwei weitere Medikamente den Herztod herbeiführen sollen.

Bei dem Verfahren vor dem höchsten Gericht ging es nicht um die Zulässigkeit der Todesstrafe in den USA, die in 32 der 50 Staaten erlaubt ist. Nach Umfragen ist auch die Mehrheit der Amerikaner für die Todesstrafe.

Die Probleme mit der Giftmischung gibt es in den USA, seitdem europäische Hersteller sich weigern, Substanzen für Hinrichtungen zu liefern. Die Nachschubprobleme führen dazu, dass eine Reihe von Bundesstaaten zu anderen Giftmischungen greifen. 

amt / DPA
Themen in diesem Artikel