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Terror in Nigeria: Tote bei Anschlag auf Einkaufszentrum

Es ist der dritte schwere Anschlag binnen zwei Monaten: In Nigerias Hauptstadt Abuja ist eine Bombe explodiert. Hinter dem Attentat soll die islamistische Terrorgruppe Boko Haram stecken.

Die Attentäter sollen einen Sprengsatz im Eingangsbereich des Einkaufszentrums deponiert haben

Die Attentäter sollen einen Sprengsatz im Eingangsbereich des Einkaufszentrums deponiert haben

Bei einem Bombenanschlag auf ein Einkaufszentrum im Zentrum der nigerianischen Hauptstadt Abuja sind mehr als 20 Menschen getötet worden. Die Attentäter seien auf Motorrädern vorgefahren und hätten einen Sprengsatz im Eingangsbereich deponiert, sagte ein Behördenvertreter örtlichen Medien.

Nach Polizeiangaben starben bei der Explosion vom Mittwochnachmittag 21 Menschen, 17 wurden verletzt. Den Medienberichten zufolge könnte die Zahl der Opfer weitaus höher liegen. Die Zeitung "Vanguard" zitierte Augenzeugen, wonach die Attentäter den Sprengsatz an einer Stelle platzierten, an dem Taxifahrer für gewöhnlich ihre Gäste aussteigen lassen. Viele Autos rund um das Einkaufszentrum standen am Abend noch in Flammen. Das Gebäude wurde abgeriegelt. Über der Innenstadt stieg eine dichte Rauchwolke auf.

Zahlreiche Notfallhelfer waren im Einsatz, unter den Besuchern des Emmab Plaza herrschte Panik. "Ich kann abgerissene Körperteile und einige Leichen auf dem Boden sehen, aber niemand traut sich näher heran, aus Angst vor einer weiteren Bombe", berichtete ein Reporter vom Unglücksort. Es ist der dritte schwere Anschlag im Großraum Abuja binnen zwei Monaten.

Wie die Zeitung "Vanguard" weiter berichtete, nahmen Soldaten zwei mutmaßliche Attentäter fest. Obwohl sich zunächst niemand zu der Tat bekannte, wird vermutet, dass die islamistische Terrorgruppe Boko Haram verantwortlich ist. Sie verübt immer wieder schwere Anschläge, hauptsächlich im Norden des Landes. Die Extremisten wollen dort einen Gottesstaat auf Grundlage der Scharia errichten. Die Regierung wirkt seit langem hilflos im Kampf gegen die Terroristen, die seit 2009 ihre blutige Gewalt verbreiten. Zuletzt gab es zunehmend Kritik an Präsident Goodluck Jonathan.

she/DPA / DPA