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Terrorismus: Deutscher Islamist ruft zu Dschihad auf

Terrorgefahr in Deutschland: Ein Islamist aus dem Saarland hat in einem Video im Internet zum Heiligen Krieg aufgerufen. Für seinen Glauben wolle er sich auch in die Luft sprengen. Laut Sicherheitsexperten könnte der Anschlag in Deutschland stattfinden.

Ein konvertierter Islamist aus dem Saarland hat in einer Video-Botschaft im Internet offenbar zum Heiligen Krieg aufgerufen. Es sei davon auszugehen, dass es sich bei der Video-Botschaft um einen Aufruf zur Teilnahme am Dschihad handele, sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Frank Wallenta.

Die Aufzeichnung werde von Experten des Bundeskriminalamtes (BKA) in Berlin ausgewertet. Das BKA hatte zuletzt vor fast zwei Wochen vor terroristischen Aktivitäten des 20-Jährigen gewarnt. Er soll zusammen mit dem 23-jährigen Houssain al-M. im vergangenen Jahr über Ägypten und den Iran nach Pakistan gereist sein und sich derzeit im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan aufhalten. Konkrete Hinweise auf geplante Anschläge in Deutschland gebe es derzeit jedoch nicht, sagte ein BKA-Sprecher.

Nach Informationen des "Südwestrundfunks" (SWR) ruft der 20-Jährige aus Neunkirchen auf einer radikal-islamischen Internetseite in deutscher Sprache zur Teilnahme am Dschihad auf. Er bitte um Unterstützung des Kampfes durch Teilnahme oder Geldspenden. Deutsche Ermittler hielten das Video für "beunruhigend", berichtete der Sender.

Anschlag in Deutschland möglich

Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, der 20 Jahre alte Konvertit mit dem Namen Eric B. aus Neunkirchen erkläre auf dem Abschiedsvideo seine Bereitschaft, sich für seinen neuen Glauben in die Luft zu sprengen. Dem Bericht zufolge schließen Sicherheitsexperten nicht aus, dass ein möglicher Anschlag in Deutschland stattfinden soll. Die Familie des 20-Jährigen werde derzeit von Psychologen betreut. Die Bundesanwaltschaft wollte diese Details jedoch nicht bestätigen.

"Focus Online" hatte Anfang April berichtet, den deutschen Behörden bereite vor allem Sorgen, dass Eric B. fließend Deutsch spreche und dadurch schneller Vertrauen bei Deutschen erwecken könne. Sein Ziel könnten vor allem deutsche Uniformierte sein, also Soldaten oder Polizisten an deutschen Standorten in Kundus, Masar-i-Scharif und Kabul. Aber auch zivile deutsche Einrichtungen würden als gefährdet eingestuft. Eric B. und Houssain al-M. sollen enge Verbindungen zu den sogenannten Kofferbombern gehabt haben. Deren Pläne für Terroranschläge auf Regionalzüge waren im September vergangenen Jahres mit drei Festnahmen vereitelt worden waren.

AP / AP