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Jahrelanger Albtraum: Mädchen missbraucht und geschwängert - die Adoptiveltern verdienen Geld damit

Was Abigail Alvarado ertragen musste, lässt sich kaum in Worte fassen. Ihre Adoptiveltern missbrauchten sie seit sie neun Jahre alt war. Sie brachte drei Kinder zur Welt. Ihre Peiniger gaben sie für ihre eigenen aus und verdienten mit ihnen Geld. 

Texas: Laura und Eusebio Castillo

Texas: Laura Castillo wurde für den Missbrauch ihrer Adoptivtochter zu 33 Jahren Haft verurteilt. Ihr Mann Eusebio Castillo wartet noch auf ein Urteil.

Das Schicksal von Abigail Alvarado nimmt eine dramatische Wende, als sie gerade mal acht Jahre alt ist. Ihre Mutter ist drogen- und alkoholabhängig. Die Behörden sehen sie nicht in der Lage, ihre Kinder zu erziehen und bringen Abigail, ihren Bruder und ihre ältere Schwester in einem Heim unter. Doch schon bald haben die Kinder eine Idee: Wieso bitten sie nicht ihren Onkel Eusebio Castillo um Aufnahme? Zu dem Zeitpunkt ist der Sergeant der US-Army in Honolulu, Hawaii, stationiert. 

Eusebio und seine Frau Laura erklären sich tatsächlich bereit, die bei sich aufzunehmen und adoptieren sie schließlich. Doch das paradiesische Hawaii wird für Abigail zu einem Albtraum. Es vergehen keine drei Monate, bis Eusebio versucht, sich an dem kleinen Mädchen zu vergehen. Es beginnt mit Belästigung und endet in zahllosen Vergewaltigungen. Und seine Frau Laura macht mit. 

Über das, was in ihrer neuen Familie geschieht, schweigt Abigail - 18 Jahre lang. Bis sie die Tortur nicht mehr aushält und sich 2014 an die Polizei wendet. Drei Jahre lang ermitteln die Behörden. 2017 nehmen sie das Paar schließlich fest. In der vergangenen Woche wird Laura Castillo schließlich verurteilt. Ein Gericht im texanischen San Antonio spricht sie in drei Fällen von schweren sexuellen Übergriffen für schuldig und verurteilt sie zu 33 Jahren Haft. 

Ihr Mann Eusebio wartet noch auf sein Urteil. Die Beweislast ist aber erdrückend. Ein -Test belegt, dass Abigails Adoptivvater der Vater ihrer drei Kinder ist.

Abigail Alvarado erzählt ihre Geschichte

Die heute 29-Jährige verfolgt den Prozess gegen ihre Adoptiveltern mit Genugtuung. Bereits vor einem Jahr beschloss sie, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen und erzählte der Lokalzeitung "San Antonio Express-News" grausame Einzelheiten aus ihrem Leben bei den Castillos. 

Die langen Jahre bei ihren Adoptiveltern seien durch Gehirnwäsche, Manipulation, Stalking, Übergriffe und blanken Horror geprägt gewesen. Vergewaltigungen und Drohungen stünden auf der Tagesordnung. Der einzige Grund, warum sie sich nicht selbst das Leben genommen hätte, seien ihre Kinder gewesen. "Ich dachte, wenn ich sterbe, werden meine Kinder die nächsten sein", erzählte sie. Die Kinder, die ihr Adoptivvater gezeugt hatte.

Als die sexuellen Übergriffe begonnen hätten, sei sie neun Jahre alt gewesen. Sie habe ihrer Adoptivmutter davon erzählt, doch Laura habe ihr nicht geglaubt. "Sie hat es ignoriert", erinnerte sich Abigail im Gespräch mit der Zeitung. 

Ihre Geschwister habe ihr Adoptivvater nicht angerührt. Sie sei das einzige Opfer gewesen. Ob ihr und Schwester gewusst haben, was vor sich geht, könne sie nicht sagen. Aber wenn sie es wussten, hätten sie nichts unternommen, um es zu verhindern.

Adoptivmutter macht beim Missbrauch mit

2001 zogen die Castillos nach Houston, weil Eusebio die Armee verlassen hatte. Das sei der Zeitpunkt gewesen, als aus dem Missbrauch Vergewaltigungen wurden. Und ihre Adoptivmutter habe angefangen ihrem Mann dabei "auszuhelfen".

Laut der Anklageschrift zwang Laura ihre Adoptivtochter, sexuelle Handlungen an ihrem Mann und sich selbst vorzunehmen. Um Abigail daran zu hindern, sich an die Polizei zu wenden, habe Eusebio Gewalt angewandt und sie verprügelt. "Er schlug mich auf die Schultern oder in den Bauch, dahin, wo es nicht sichtbar war", erzählte Abigail der Zeitung. "Shorts oder Tank-Tops durfte ich nicht tragen."

Abigail soll Kinder für das Paar zur Welt bringen

Als das Mädchen in die achte Klasse kam, zog die Familie wieder um. Dieses Mal nach Texas. Kurz darauf sei ihre Adoptivmutter zu ihr gekommen und habe ihr mitgeteilt, dass ihr Mann sie schwängern werde. Da sie selbst keine Kinder habe, sollte Abigail als eine Art Leihmutter dienen. "Du wirst dieses Baby bekommen. Nein kannst du nicht sagen", habe Laura zu ihr gesagt. 

Und so bekam Abigail mit 17 Jahren ihr erstes Kind, drei Jahre später folgte das zweite. Mit 23 Jahren wurde sie zum dritten Mal Mutter. Die Kinder gaben ihre Adoptiveltern für eigene aus. 

Die erste Tochter erklärten sie zu einem Wunderkind. Sie könne Krebs heilen, behaupteten sie. In ihrem Hinterhof bauten sie eine Kirche auf, die Peregrine Chapel. Dabei geholfen hat ihnen John Parnell, der Vorsteher der Mexican Catholic Apostolic Church, einer obskuren Abzweigung der katholischen Kirche. Tausende Menschen kamen in der Hoffnung, das Mädchen könne ihnen helfen. Tausende Menschen spendeten an die Castillos Geld. Sogar im Fernsehen wurde das angebliche Wunderkind vorgeführt.

"Nachdem sie stirbt, bleiben nur noch ich und du"

So ging es jahrelang, während Abigail weiter Gewalt und Missbrauch ertragen musste. Mit Drohungen hielten die Castillos sie weiter in Griff. Einmal habe Eusebio sogar sich selbst und das Haus mit Benzin übergossen und gedroht, alles in die Luft zu jagen - auch sie und die Kinder.

Doch 2014 kam die Wende. Ihre Adoptivmutter wurde schwer krank und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Doch das habe ihren Adoptivvater nicht im Geringsten bekümmert. "Nachdem sie stirbt, bleiben nur noch ich und du", habe er zu ihr gesagt, berichtete Abigail. "Wir werden heiraten, noch mehr Kinder bekommen und die Kirche weiter betreiben." 

Diese Vorstellung konnte Abigail nicht mehr ertragen und ging zur Polizei. Nun wartet sie, bis auch ihr Adoptivvater zur Rechenschaft gezogen wird. Am 7. August soll das Urteil fallen.

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fs / wue
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