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Fort Worth in Texas: Frau wird im eigenen Schlafzimmer von Polizist erschossen - sie war schwarz, er weiß

In den USA hat ein Polizist eine dunkelhäutige Frau in ihrem Schlafzimmer erschossen - von außen durch ein Fenster. Ein Nachbar hatte sich Sorgen um die Familie gemacht, weil die Haustür offen stand.

US-Polizei Auto

Der Nachbar des Opfers war besorgt, weil die Haustür offen stand. Er alarmierte die Polizei. (Symbolbild)

Getty Images

Im US-Bundesstaat Texas ist eine Frau in ihrem eigenen Schlafzimmer von einem Polizisten erschossen worden. Wie das "Fort Worth Police Department" mitteilt, seien die Beamten zu einem Haus gerufen worden, bei dem die Haustür offen stand. Die Polizisten untersuchten daraufhin die Umgebung des Hauses und entdeckten eine Person im Inneren, die in der Nähe eines der Fenster stand. Einer der Beamten habe eine "Bedrohung" wahrgenommen, seine Waffe gezogen und in das Haus geschossen. Dabei traf er die Bewohnerin des Hauses, eine 28-jährige schwarze Frau, und verletzte sie tödlich.

Bei der Toten handelt es sich um Atatiana Jefferson. Sie starb offiziellen Angaben zufolge um 2.30 Uhr morgens in ihrem Schlafzimmer. Das "Fort Worth Police Department" veröffentlichte den Namen des Polizisten nicht, gab aber bekannt, dass es sich um einen Weißen gehandelt habe. Er arbeite seit April 2018 für das Department. Der Fall werde derzeit von mehreren offiziellen Stellen untersucht, heißt es in dem Statement weiter. Solange sei der Mann von seinem Dienst abgezogen worden. 

Reporter des Fernsehsenders WFAA sprachen mit dem Nachbarn, der die Polizei zu dem Haus der jungen Frau gerufen hatte. Er habe sich über die offen stehende Haustür gewundert, da dies ungewöhnlich gewesen sei. Es habe "keine häusliche Gewalt, keine Auseinandersetzung" gegeben, zitiert der Fernsehsender den Nachbarn. "Ich weiß nicht, was in dem Haus vor sich ging, aber ich weiß, dass sie keine Bedrohung war."

Videomaterial veröffentlicht

Das Polizei-Department von Fort Worth veröffentlichte auch Video-Material des Einsatzes. Darauf ist zu sehen, wie einer der Beamten eine Person im Fenster entdeckt und ruft "Heben Sie Ihre Hände! Zeigen Sie mir Ihre Hände!" Danach schießt er. Im Anschluss seien Polizisten in das Haus gegangen und hätten die Verletzte und eine Schusswaffe vorgefunden.

Der Tod der jungen Frau sorgt in den USA für Schlagzeilen, unter anderem berichtete die "New York Times". Die NAACP, eine der ältesten und einflussreichsten schwarzen Bürgerrechtsorganisationen in den USA, bezeichnete den Vorfall auf Twitter als "inakzeptabel". "Die Taten eines weiteren 'ausgebildeten' Polizeibeamten haben zum Tod von Atatiana Jefferson geführt. Erschossen in ihrem eigenen Haus. Wenn wir in unseren eigenen Häusern nicht sicher sind, wo können wir Frieden finden?", heißt es dort weiter.

Polizeieinsätze, bei denen hellhäutige Polizisten Menschen mit anderer Hautfarbe erschießen, sorgen regelmäßig für Aufsehen in den USA. Der amerikanischen Polizei wird oft vorgeworfen, sie habe ein Rassismus-Problem. 

Erst vor wenigen Wochen sorgte ein Fall aus Galveston, Texas, für Empörung. Zwei weiße Polizisten hatten einen festgenommenen Afroamerikaner am Strick abgeführt. Das Vorgehen wurde als rassistisch und als makaberes Echo der Sklaverei-Zeit in den USA kritisiert. 

Quellen: BBC / New York Times

ikr
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