Texas Hinrichtung in letzter Minute verhindert


Das höchste US-Gericht hat praktisch in letzter Minute eine Hinrichtung in Texas ausgesetzt. Der wegen dreifachen Mordes zum Tode verurteilte Hank Skinner befand sich am Mittwoch (Ortszeit) im Gefängnis von Huntsville schon in einer Wartezelle neben der Exekutionskammer, als die Nachricht aus Washington eintraf.

Das höchste US-Gericht hat praktisch in letzter Minute eine Hinrichtung in Texas ausgesetzt. Der wegen dreifachen Mordes zum Tode verurteilte Hank Skinner befand sich am Mittwoch (Ortszeit) im Gefängnis von Huntsville schon in einer Wartezelle neben der Exekutionskammer, als die Nachricht aus Washington eintraf. Für seine Verschonung hatte sich unter anderem auch Frankreich stark gemacht. Skinner ist seit zwei Jahren mit der Französin Sandrine Ageorges verheiratet, einer Lobbyistin für die Abschaffung der Todesstrafe.

Skinner hatte beim Supreme Court beantragt, dass ihm DNA-Tests gewährt werden, mit denen er seine Unschuld beweisen könne. Das Gericht sagte ihm das nicht zu, setzte aber die Hinrichtung bis zu einer Entscheidung aus, ob es seinen Fall prüfen will. Wenn nicht, wird ein neuer Exekutionstermin angesetzt.

Skinner (47) soll am Silvester-Abend 1993 seine 40-jährige Freundin erwürgt und deren zwei Söhne erstochen haben. Er hat hartnäckig seine Unschuld beteuert: Er habe sich zwar bei seiner Freundin aufgehalten, aber nach einer Mischung von Alkohol und Tabletten praktisch betäubt auf dem Sofa gelegen. Skinner verdächtigt nach Medienberichten einen - inzwischen gestorbenen - Onkel der Frau, der ebenfalls an jenem Abend anwesend gewesen sei. Er will erreichen, dass unter anderem Spuren auf zwei am Tatort gefundenen Messern und Abstriche vom Körper des Opfers getestet werden. Skinners Anwalt im Mordprozess habe seinerzeit weitgehend auf derartige Untersuchungen verzichtet - aus Furcht, die Ergebnisse könnten seinen Mandanten weiter belasten.

Skinner war mehrere Stunden nach der Tat mit Blut der beiden erstochenen Söhne auf seiner Kleidung in der Wohnung der Freundin festgenommen worden. Außerdem hatte er eine Schnittwunde an der Hand, die nach seinen Angaben aber von einem Glassplitter herrührte.

Die Ehefrau Skinners zeigte sich erfreut über den Aufschub der Hinrichtung. "Ich bin in Tränen ausgebrochen. Er ist nicht tot, es gibt noch Hoffnung", sagte sie nach der Entscheidung des Obersten US- Gerichtshofs. Die vor zwei Jahren geschlossene Ehe von Skinner und Ageorges existiert nur auf dem Papier, da die Beiden sich bisher lediglich bei einigen wenigen Besuchsterminen sehen konnten.

DPA DPA

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