Tod durch Unterernährung Lara Mias Mutter schweigt zu den Vorwürfen


Wegen des Hungertodes der neun Monate alten Lara-Mia müssen sich die Mutter und ihr Lebensgefährte seit Donnerstag vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Die kleine Lara-Mia war am 11. März 2009 tot in der Wohnung des Paares aufgefunden worden. Sie wog nur 4,8 Kilogramm - halb so viel wie für ein Kind in dem Alter üblich.

Zum Auftakt des Prozesses um den Tod der stark unterernährten kleinen Lara Mia in Hamburg haben die angeklagte Mutter und ihr früherer Partner zu den Vorwürfen geschwiegen. Die 19 Jahre alte Mutter der Kleinen erklärte am Donnerstag, sie werde während des gesamten Verfahrens keine Angaben machen. Ihr ehemaliger Lebensgefährte will sich dagegen im Laufe des Prozesses äußern.

Der neun Monate alte Säugling Lara Mia war am 11. März 2009 tot in der Wohnung der Eltern gefunden worden.Sie wog nur 4,8 Kilogramm - halb so viel wie für ein Kind in dem Alter üblich. Laut Anklage war sie spätestens ab Februar lebensgefährlich unterernährt.

Die Staatsanwaltschaft ist der Auffassung, dass die damals 18-jährige Mutter und deren 21-jähriger Lebensgefährte dem Kind nicht genug zu essen und zu trinken gegeben haben. Sie geht davon aus, dass das Paar den Tod von Lara-Mia billigend in Kauf genommen hat.

Die Familie war im Auftrag des Jugendamtes sozialpädagogisch betreut worden, Jessica R. schon als Schwangere. Sie hatte das Kind mit 17 Jahren zur Welt gebracht. Die Hamburger Sozialbehörde hatte später Fehler in dem Fall eingeräumt.

Die Staatsanwaltschaft erklärte vor Gericht, durch den Obduktionsbericht sei nicht direkt nachweisbar, dass die Unterernährung die Todesursache war. Dennoch macht sie das Paar für den Tod verantwortlich. Der Verteidiger der Mutter beantragte, die Öffentlichkeit von der Hauptverhandlung auszuschließen. Die 19-Jährige will keinerlei Aussage machen, ihr Lebensgefährte nur zunächst nicht. Die Kammer vertagte den Prozess. Bisher sind zehn Verhandlungstermine anberaumt.

DPA/APN DPA

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