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Tod nach Vollnarkose: Anästhesist muss für dreieinhalb Jahre hinter Gitter

Tod nach Zahnbehandlung: Weil er einen Zweijährigen mit einem veralteten Narkosegerät behandelte, starb das Kind zwei Tage nach der Behandlung. Wegen Körperverletzung mit Todesfolge muss der Arzt nun dreieinhalb Jahre hinter Gitter.

Im Prozess gegen einen Narkosearzt vor dem Landgericht Halle hat das Landgericht Halle den Angeklagten zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Es sprach den 53 Jahre alten Mediziner aus Zeitz (Sachsen-Anhalt) am Mittwoch der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Diese hatte dem Arzt vorgeworfen, den Tod eines zweijährigen Jungen durch "unärztliches Verhalten" zu verantworten. Der Mediziner soll dem Jungen 2009 für eine Kariesbehandlung eine Vollnarkose mit einem veralteten und für ein Kleinkind ungeeigneten Gerät gegeben haben.

Der selbstständige Narkosearzt habe nicht nur ein falsches Narkosegerät benutzt, sondern auch die Warnsignale am Patienten, etwa dessen blaue Lippen, nicht gesehen, sagte Staatsanwalt Klaus Wiechmann in seinem Plädoyer.

Verteidigung plädierte für Bewährungsstrafe

Die Verteidigung hatte wegen fahrlässiger Tötung zu einer Strafe von maximal zwei Jahren auf Bewährung plädiert. Sie teilte mit, dass ihr Mandant nach dem Vorfall ohnehin beruflich am Ende sei. Seine Zulassung sei bereits entzogen und er schwer depressiv geworden. In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte Ronald R., es tue ihm "unwahrscheinlich leid". Vor allem, weil es um ein Kind gehe, sei er besonders erschüttert.

DPA/APN/DPA