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Todesschüsse auf Polizisten "So etwas Widerliches werden wir nicht tolerieren" – LKA ermittelt hunderte Hasskommentare nach Polizistenmorden

Kerzen und Blumensträuße erinnern an die beiden erschossenen Polizisten von Rheinland-Pfalz. Im Netz wird mitunter ein ganz anderer Ton angeschlagen. Dort kommt es mancherorts zu Ausbrüchen von Hass und Hetze gegen die Polizei
Kerzen und Blumensträuße erinnern an die beiden erschossenen Polizisten von Rheinland-Pfalz. Im Netz wird mitunter ein ganz anderer Ton angeschlagen. Dort kommt es mancherorts zu Ausbrüchen von Hass und Hetze gegen die Polizei
© Sebastian Gollnow / DPA
Das Ergebnis der Untersuchung ist verstörend. Eine Woche nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in Rheinland-Pfalz hat eine Ermittlungsgruppe des Landeskriminalamts Hunderte Onlinebeiträge mit Hass und Hetze gegen die Polizei ermittelt. 

Eine Woche nach der Ermordung zweier Polizisten in Rheinland-Pfalz hat das Landeskriminalamt bereits Hunderte Fälle von Hass und Hetze im Netz im Zusammenhang mit der Tat ermittelt. Bisher seien 399 Onlinebeiträge festgestellt worden, von denen 102 strafrechtlich relevant seien, teilte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Montag in Mainz mit. In 15 Fällen habe eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe die Verantwortlichen bereits identifiziert.

Manche hätten die Tat im Internet regelrecht gefeiert oder die Opfer verhöhnt. "Ich empfinde das als schamlos – das ist pure Menschenverachtung, und das ist widerwärtig", sagte Lewentz. Es sei "kaum aushaltbar", dass die Angehörigen und Familien der Opfer nun auch noch Hass und Hetze im Internet ertragen müssten.

Todesschüsse auf Polizisten: "So etwas Widerliches werden wir nicht tolerieren" – LKA ermittelt hunderte Hasskommentare nach Polizistenmorden

In einem im sozialen Netzwerk Facebook veröffentlichten Video hatte ein vermummter Mann dazu aufgerufen, Polizisten auf Feldwege zu locken, um sie dort zu erschießen. Das Video führte bereits in der Nacht zum Freitag zu einer Festnahme in einem Ort der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen. "Ich sage ganz klar: So etwas Widerliches werden wir nicht tolerieren", sagte Lewentz.

Die Polizistin und ihr Kollege waren am frühen Montagmorgen vergangener Woche im Landkreis Kusel bei einer Verkehrskontrolle erschossen worden. Gegen zwei Tatverdächtige wurde am Dienstag Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Mordes erlassen. Laut den Ermittlern wollten sie damit eine vorangegangene Wilderei verdecken.

kng AFP

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